Bot-Camp 2026: Wissensbasierte KI-Assistenten an Hochschulen einsetzen

Das Bot-Camp von Hochschulforum Digitalisierung und KI-Campus fand im März und April 2026 erstmalig statt. Es lud fast 400 Teilnehmende aus dem DACH-Raum dazu ein, wissensbasierte KI-Assistenten im Hochschulkontext zu verstehen und auch selbst zu entwickeln. Hier finden Sie Infos, Impulse und Materialien zur Nachnutzung.
Hintergrund der Veranstaltung
Wissensbasierte KI-Assistenten stellen eine bedeutende Weiterentwicklung generativer KI dar und gewinnen auch an Hochschulen zunehmend an Relevanz. Sie ermöglichen den gezielten Zugang zu domänenspezifischem Wissen und unterstützen die Entwicklung kontextbezogener Anwendungen.
Damit verbunden sind grundlegende Fragestellungen hinsichtlich geeigneter Einsatzszenarien, der strategischen Einbettung in institutionelle Strukturen sowie der erforderlichen technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen.
Um diese Themen aufzugreifen und den fachlichen Austausch innerhalb der Hochschulcommunity zu fördern, haben Hochschulforum Digitalisierung und KI-Campus das Format des Bot-Camp ins Leben gerufen.
Ablauf
Vom 20. März bis 17. April 2026 brachte das Bot-Camp Hochschulakteur:innen zusammen, die KI-Assistenten entwickeln oder deren Einsatz strategisch vorbereiten.
In zwei Online-Terminen und einer dazwischenliegenden, selbstorganisierten Experimentierphase entwickelten die Teilnehmenden eigene wissensbasierte KI-Assistenten entlang konkreter Anwendungsfälle. Fachliche Impulse von Expert:innen boten Orientierung und praxisnahe Einblicke.
Eine von der RWTH Aachen bereitgestellte Experimentierumgebung ermöglichte die Umsetzung erster Prototypen, die in einer abschließenden Peer-to-Peer-Werkstatt gemeinsam reflektiert und weiterentwickelt wurden.
Die RWTH Aachen war Partner der Veranstaltung und stellte eine Experimentierumgebung bereit, über die voll funktionsfähige wissensbasierte KI-Assistenten erstellt werden können. Die Umgebung stand allen Teilnehmenden während des Bot-Camps zur Verfügung. Ermöglicht wurde das Angebot durch die Unterstützung von KI:connect.nrw und dem KI-Servicezentrum West AI.


Außerdem wurde allen Teilnehmenden in Kooperation mit der HAWK Hildesheim / Holzminden / Göttingen und mit Unterstützung der JLU Gießen ein Zugang zur Chatumgebung HAWKI zur Verfügung gestellt.
Veranstaltungsdokumentation und Materialien
Die beiden Blogbeiträge geben vertiefende Einblicke in Zielsetzung, Ablauf sowie Ergebnisse und ausgewählte Projekte des Bot-Camps.

KI-Assistenten an Hochschulen gemeinsam entwickeln – Das Bot-Camp von HFD und KI-Campus

Anwendungsfelder, Herausforderungen und Perspektiven für wissensbasierte KI-Assistenten an Hochschulen
Canvas-Vorlagen
Zur strukturierten Entwicklung eigener Ansätze wurden zwei Canvas eingesetzt:
- KI-Assistenten – Strukturen und Prozesse (Fokus: Infrastruktur & Organisation)
- KI-Assistenten – Anwendung (Fokus: Lehre & Verwaltung)
Projekt-Steckbriefe
Für die Peer-to-Peer-Werkstatt des Bot-Camps konnten Teilnehmende ihre Projekte in Form von Steckbriefen vorstellen und beschreiben. Die Steckbriefvorlage finden Sie, wenn Sie auf den Link klicken.
Praxisimpulse und Aufzeichnungen
Die Praxisimpulse führten anwendungsorientiert in die Entwicklung wissensbasierter KI-Assistenten ein. Hier finden Sie die Aufzeichnungen der Beiträge sowie die Präsentationen der Impulsgeber:innen.
„Context is King – Eigene Chatbots optimal konfigurieren“
Malte Persike (RWTH Aachen) zeigt, warum kontextspezifische Chatbots im Hochschulkontext an Bedeutung gewinnen. Im Fokus stehen maßgeschneiderte Systeme für konkrete Lehr-, Lern- und Organisationskontexte. Der Impuls liefert eine strategische Einordnung und ein gemeinsames Begriffsverständnis.
„Schritt für Schritt zum ersten eigenen Bot“
Andreas Sexauer (KIT) übersetzt strategische Überlegungen in konkrete Umsetzungsschritte für die Entwicklung wissensbasierter Chatbots. Im Zentrum stehen das Zusammenspiel von Systemprompt, Wissensbasis, Modellwahl und Interface. Der Impuls zeigt, dass erfolgreiche Chatbots aus dem Zusammenspiel technischer, didaktischer und organisatorischer Entscheidungen entstehen.
„Vom Wissensbot zum Wissensraum“
Vincent Timm (HAWK Hildesheim / Holzminden / Göttingen) erweitert die Perspektive von einzelnen Bots hin zu integrierten Wissensräumen. Im Fokus steht die Einbettung von KI-Assistenten in bestehende Informations- und Lernökosysteme. Der Impuls macht deutlich, dass nachhaltige Lösungen vor allem durch passende Infrastrukturen, Anschlussfähigkeit sowie ein Bewusstsein für die damit geschaffenen Räume entstehen.
„Wie wird ein Chatbot zum Lernbegleiter? Einblicke in LearnMate“
Angela Polichronidou, Imran Hossain und Louis Dunkel (Goethe Universität Frankfurt) zeigen am Beispiel LearnMate, wie Chatbots didaktisch wirksam gestaltet werden können. Im Mittelpunkt stehen Antwortmodi, Systemprompts als didaktisches Steuerungsinstrument und die strukturierte Aufbereitung von Lerninhalten. Der Impuls verdeutlicht, dass lernwirksame Systeme sich an Lernprozessen orientieren und sich dynamisch an unterschiedliche Phasen anpassen müssen.
„Die Themen des Bot-Camps und wie eine MCP-Erweiterung von KI-Chatbots aussehen könnte“
Malte Persike (RWTH Aachen) zeigt, neben einer inhaltlichen wie methodisch-strukturellen Analyse der in der Experimentierumgebung erstellen KI-Assistenten, wie bestehende Chatbots durch Erweiterungen wie Websuche und Agenten über das Model Context Protocol funktional deutlich ausgebaut werden könnten. Gleichzeitig wird deutlich, dass diese Erweiterungen aktuell mit hohen Fehlerraten und Fragen an die Datenqualität sowie Kosten und Kontrollrisiken verbunden sind.
„Integration von KI-Assistenten in Lernmanagementsysteme“
Alexander Mikasch und Bastian Schmidt-Kuhl (Ruhr Universität Bochum, AG KI in Moodle) zeigen zum einen, dass das Moodle AI-Subsystem aktuell noch stark eingeschränkte Möglichkeiten für die Integration von KI-Assistenten bieten. Zum andern machen sie aber deutlich, dass externe Plugin-Ökosysteme und portable RAG-Infrastrukturen be- und entstehen und dabei Flexibilität und eigene Modellintegration ermöglichen. Sie rufen auf, sich gemeinsam in den bestehenden Lernmanagmentsystem-Communitys weiter an der Entwicklung zu beteiligen.
Publikation über agentische KI
KI-Agenten sind eine Weiterentwicklung von KI-Chatbots: Sie antworten nicht nur, sondern können selbstständig handeln – zum Beispiel Informationen beschaffen, Buchungen vornehmen oder Dokumente aktualisieren. Diese gemeinsame Publikation von HFD und KI-Campus befasst sich mit neuen Einsatzszenarien und Herausforderungen, die sich daraus für Hochschulen ergeben. Sie soll, differenziert nach Gruppen, Orientierung bieten: Was kommt auf strategische Stabsstellen zu, worauf sollten Mitarbeitende in den Verwaltungen achten, was ist für Lehr- und Lernzentren wichtig?

Publikation: Agentische KI im Hochschulsystem
Konzeption, Durchführung und Kontakt
Malte Miram (HFD)
Antonia Dittmann (HFD)
