Editor’s Pick: Zwei Studentinnen teilen ihre Programm-Highlights für das U:FF 2026
Editor’s Pick: Zwei Studentinnen teilen ihre Programm-Highlights für das U:FF 2026
22.05.26
Welche Programmpunkte lohnen sich beim University:Future Festival 2026 besonders und warum? In diesem Editor’s Pick geben Nicole und Jule, zwei DigitalChangeMakerinnen persönliche Einblicke in ihre Highlights, im Zeichen des diesjährigen Mottos Under Pressure, das die aktuellen Spannungsfelder und Herausforderungen von Hochschulen in den Blick nimmt. Beide zeigen, welche Themen sie aktuell besonders bewegen, von Lehr- und Lernqualität, studentischer Partizipation und Machtstrukturen bis hin zu Künstlicher Intelligenz, psychischer Gesundheit und innovativen Lehrformaten.
Wer seid ihr, was macht ihr, und warum interessiert euch das U:FF?

Ich bin Jule und studiere im Master Erziehungswissenschaft an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Neben meiner Arbeit als studentischer Mitarbeiterin in einem DFG-Projekt und als Tutorin interessiere und engagiere ich mich – zum Beispiel als studentische Gutachterin bei der Stiftung Innovation in der Hochschullehre – schon lange für eine innovative Hochschule. Dieses Jahr saß ich in der Trackjury „People“, was genau so wie mein Engagement als diesjährige DigitalChangeMakerin im Track Shaping Society meine Leidenschaft für studentische Partizipation sowie inklusive und gendergerechte Hochschulstrukturen widerspiegelt.
Ich bin Nicole und studiere aktuell im Master Medieninformatik an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Als DigitalChangeMakerin in der diesjährigen Kohorte beim Hochschulforum Digitalisierung, durch die ich erst von U:FF erfahren habe, teile ich mit euch hier die Programmpunkte auf dem Festival, die mein Interesse wecken. Der persönliche Fokus dreht sich hierbei vor allem um Lehr- und Lernqualität, Lehr- und Lernkonzepte, Prüfungsformate, hybride Lehre und nachhaltiges Nutzen von (knappen) Ressourcen in der Hochschullandschaft.

Ein Programmpunkt, den ich auf keinen Fall verpassen will, ist …

Jule: From Student Voice to Student Power: Die studentische Vizepräsidentschaft als Zukunftsmodell (Ira Helten et al.), weil ich es angesichts des Umstands, dass Studierende die größte Statusgruppe an Universitäten sind, eine logische Ableitung finde, sie durch eine studentisch besetzte Vizepräsidentschaft gleichberechtigt auf Hochschulleitungsebene partizipieren zu lassen. Ich bin gespannt auf Einblicke in die Erfahrungen der Europa-Universität Viadrina sowie die daraus abgeleiteten Impulse für andere Hochschulen.
Nicole: Die Komplette NRW Stage bis 16:40 am Montag in Essen. Da ich Montag vor Ort in Berlin bin, werde ich die Beiträge leider verpassen, aber das gesamte Programm auf der NRW Stage in Essen sieht super spannend aus. Insbesondere Zocken, Streamen, Reflektieren: Neue Wege der Hochschullehre von Julia Nitsche und Jan Ehlers am Nachmittag will ich zumindest online verfolgen. Ansätze, wie Gamification in der Lehre, haben sich bereits herumgesprochen und die Idee, wie der nächste Schritt des mediendidaktischen Ansatzes aussehen könnte, interessiert mich.

Diese Session trifft bei mir einen Nerv, weil …

Jule: Sam under pressure – Ein Serious Game gegen Barrieren (Klara Groß-Elixmann & Maike Kaul), weil ich den Eindruck habe, dass wir auch 2026 im Hochschulkontext noch viel zu wenig über Barrieren sprechen und sie reflektieren. In Anbetracht der immer weiter steigenden Zahlen psychischer Beeinträchtigungen und das nur langsame Aufbrechen von Tabuisierung und Stigmatisierung überzeugt mich der spielerische Ansatz, um eine Perspektiverweiterung zu ermöglichen. Dadurch, dass das Serious Game öffentlich verfügbar ist, hoffe ich auf ganz viele Workshop-Teilnehmende, die das Serious Game anschließend weiterverbreiten.
Nicole: „Ich bin digital kompetent, oder?“ Mach den Test! (Anne-Kathrin Hirsch). In meinem Studium habe ich einen Narren an Nutzerforschung gefressen. Eine kleine (empirische) Studie mit individueller Ergebnisauswertung? Da bin ich dabei! Außerdem wüsste ich gerne, wo meine digitale Kompetenz noch Lücken hat.

Wenn ich anderen Teilnehmenden nur eine Session weiterempfehlen dürfte, wäre es …

Jule: Auf diese Frage habe ich einfach keine Antwort finden können, da ich die Beträge des U:FF-so großartig und vielfältig finde, dass ich es unfair fände, hier eine einzelne Session besonders herauszuheben. Ich bin mir sicher, dass für jede:n genau die richtige Session dabei sein wird. Aus eigener Erfahrung kann ich empfehlen, Festivalpläne ggf. spontan anzupassen und auch an Sessions teilzunehmen, die zwar das Interesse wecken aber keinen unmittelbaren Zusammenhang zu den eigenen Arbeitsschwerpunkten erkennen lassen. So weitet sich die Perspektive und aus ungeahnten Lieblingssessionen können neue Netzwerke entstehen.
Nicole: Lab: Vom Evaluationsbogen zum Feedbackinstrument (Nina Weimann-Sandig, Franz Vergöhl, Sophie Heins, Saskia Junge). Besucht ein Format, in welchem ihr euch auch aktiv beteiligen könnt, wie das Lab: Vom Evaluationsbogen zum Feedbackinstrument. Natürlich ist es immer spannend, neuem Input zuzuhören, doch am nachhaltigsten ist es immer noch, wenn man sich selbst aktiv beteiligt, kritisiert und reflektiert. Thematisch passt dieses Lab auch zum Thema Lehrqualität. Feedback (für Lehrende) ist immer anreichernd und fördert die Motivation auf beiden Seiten (des Evaluierenden und des Evaluierten), muss jedoch sinnvoll formuliert und übertragen werden.

Dieser Programmpunkt spiegelt für mich besonders gut das Motto Under Pressure wieder …

Jule: The Pressure to Act – Empirisch informierte Empfehlungen zum Umgang mit Machtmissbrauch (Annalisa Biehl & Lea Bachus). Im Hochschulkontext kommt dem Thema Machtmissbrauch und seinen vielfältigen Erscheinungsformen immer noch viel zu wenig Aufmerksamkeit zu. Der nachdrücklichen Forderung, endlich ins Handeln zu kommen, kann ich mich hiermit nur anschließen und freue mich auf die Präsentation der Umfrageergebnisse. Die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen nehmen hoffentlich ganz viele Hochschulangehörige mit nach Hause und setzen die Diskussion dort fort.
Nicole: Hochschulen im Dialog zur psychischen Gesundheit: Wie Netzwerke gelingen können (Franziska Reichert, Anna Sophia Feuerbach, Eva Berninger, Simone Kaminski). Unter Druck hat für mich zwei Bedeutungen: Zum einen ein akuter Stresstest mit dem Ziel, Schwächen zu finden, und zum anderen als Folge von (negativ) belastenden Faktoren. Psychische Gesundheit fällt hier in die zweite Sparte und ist meiner Meinung ein wichtiger Einfluss, der das Gelingen oder Scheitern des Studiums ausmachen kann. Ich finde es sehr schön, dass auch diesem Gesichtspunkt auf dem U:FF Gehör geschenkt wird.

Diese Pressure Points sind im Hochschulkontext momentan besonders akut – und dieser Programmpunkt greift dieses Thema direkt auf …

Jule: Demokratie schützen! Was die Wissenschaftscommunity jetzt tun sollte (Amrei Bahr), denn Demokratie zu schützen ist meines Erachtens eine bedeutsame Aufgabe der Hochschulen. Das ist nicht vereinbar mit der im Kontext von Wissenschaft und Hochschule häufig postulierten Neutralität, sondern erfordert das entschiedene Intervenieren und Agieren. Ich bin daher sehr gespannt auf die Analyse von Amrei Bahr und ihre Empfehlungen.
Nicole: AI Reflection Lab: KI-Nutzung im Studium neu denken und KI, Bias und die Grenzen technischer Lösungen. Ich denke im heutigen Zeitalter kommt man nicht mehr drum herum, sich mit KI im Hochschulkontext zu befassen. Auf einer Seite entsteht der Druck, diese Mittel vollends in den Alltag implementieren zu wollen und auf der anderen Seite hat man den Druck, dieses „allmächtige“ und omnipräsente Tool irgendwie regulieren zu können (Stichwort: Prüfbarkeit). Umso mehr freue ich mich, dass es Beiträge mitunter aus studentischer Sicht zum Thema KI, Bias und Leitlinien auf dem U:FF gibt. Insbesondere weil Speaker:innen/Moderator:innen dieser Beiträge aus meiner DCM Kohorte stammen.

Beim U:FF 2026 freue ich mich besonders auf …

Jule: Neben den vielen Programmhighlights freue ich mich insbesondere darauf, in Berlin vor Ort dabei zu sein. Mit Vorfreude blicke in dem Austausch mit anderen Hochschulbegeisterten entgegen und bin außerdem schon sehr gespannt darauf, euch und Sie als studentische Reporterin vor Ort per Social Media etwas mitzunehmen.
Nicole: Da dies mein erstes University Future Festival ist, freue ich mich auf die gesamte Atmosphäre. Mir wurde berichtet, dass es sich teilweise anfühlt, wie ein Klassentreffen und man viel mit anderen in den Austausch kommt. Ebenfalls werde ich am Montag vor Ort in Berlin ein Lab für zukunftsfähige Prüfungsformate moderierend begleiten und im Anschluss sammle ich O-Töne für das strategie digital Magazin des HFD. Da freue ich mich besonders auf die ganzen Impressionen der Befragten.


Matti Flieger 

Inga Gostmann 