Wie die TU Berlin AI Literacy strategisch aufbaut: Ein Interview (Teil 2)

Wie die TU Berlin AI Literacy strategisch aufbaut: Ein Interview (Teil 2)

03.06.26

Dekoratives Bild mit Text: Interviewreihe zum AI-Literacy-Prozess der TU Berlin. Titel: AI Literacy strategisch aufbauen. Teil 2. Ein Gespräch mit Katharina Kinga Kowalska und Alexandra Schulz über die Arbeit einer Taskforce AI Literacy

Malte Miram (HFD) begleitet die TU Berlin mit einer Interviewreihe bei der Entwicklung und Implementierung von Maßnahmen für den verantwortungsvollen und kompetenten Umgang mit Künstlicher Intelligenz an der Technischen Universität Berlin. Das erste Interview mit Katharina Kowalska und Adrian Siebing im März 2026 hat gezeigt: Mit der eigens gegründeten Taskforce, Leitsätzen sowie vielfältigen Kommunikations- und Beteiligungsformaten wurde der Prozess damit strukturiert aufgesetzt. Die konkrete Umsetzung und Abstimmung zwischen den unterschiedlichen Bereichen der Universität bleibt dabei anspruchsvoll. 

Im aktuellen Gespräch diskutieren Katharina Kowalska (Programmleitung KI und Nachhaltigkeit) und Alexandra Schulz (stellvertretende Leiterin der Zentraleinrichtung Weiterbildung und Kooperationen) den aktuellen Stand und offene Fragen.

„Entscheidend ist, ob wir als Organisation in der Lage sind, die Anforderungen an unsere Governance-Strukturen im KI-Kontext zusammenzuführen und umzusetzen.“
Katharina Kowalska, Programmleitung KI und Nachhaltigkeit, TU Berlin

Malte Miram: Frau Kowalska, hat sich seit unserem letzten Gespräch Ihre Perspektive auf die Taskforce-Arbeit oder das Thema KI insgesamt verändert?

 

Katharina Kowalska: Seit unserem letzten Gespräch ist mir noch einmal deutlich geworden, wie hilfreich eine solche Blogreihe ist, weil sie uns dazu veranlasst, sichtbar zu machen, was wir bereits erreicht haben und wo weiterhin Herausforderungen liegen. 

So wird beispielsweise klar, dass wir mit dem Entwurf unserer Leitsätze und der Handreichung für einen verantwortungsvollen und kompetenten Umgang mit KI an der TU Berlin zwar eine wichtige Orientierung haben, der Teufel aber im Detail steckt. Das zeigte sich bereits bei der Ausgestaltung der Handreichung und bei der ersten Vermittlung im Haus. Nach der Orientierung folgt die Verbindlichkeit. Dafür braucht es beispielsweise ein schlankes, übertragbares Verfahren, mit dem systematisch geprüft werden kann, ob unsere GovernanceStrukturen im Kontext KI den unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden.  

Diese Anforderungen ergeben sich unter anderem aus der EU-KIVerordnung, der EU DSGVO, Informationssicherheit, Personalvertretungsgesetz und aus den eigenen Leitsätzen. Entscheidend ist, ob wir als Organisation in der Lage sind, diese Anforderungen zusammenzuführen und umzusetzen. Nicht zuletzt zeigen unsere KI-Umfragen, dass Hochschulangehörige sich verlässliche Orientierung wünschen. Dazu gehört aus Sicht des CIO Office auch eine klare und verlässliche KI-Governace-StrukturWir freuen uns daher, das Verfahren zur KI-Governance-Prüfung im Peer-to-Peer-Format des HFD KI-Labs 2026 weiterzuentwickeln und die dabei gewonnenen Erfahrungen mit anderen Hochschulen zu teilen, die vor ähnlichen Aufgaben und Herausforderungen stehen. 

Miram: Wie hat sich der Prozess zu AI Literacy weiterentwickelt, wo stehen Sie aktuell? 

 

Kowalska: Wir sind von der strategischen Konzeptionsphase zu einer konkreteren institutionellen Umsetzung gekommen.  

Erstens hat unsere Taskforce dem Präsidium einen konsolidierten Entwurf für die Leitsätze vorgelegt. Die Grundlage dafür war ein klar strukturierter, partizipativer, methodisch abgestimmter Prozess. Ausgangspunkt bildete ein erstes AI-Literacy-Leitsatz-Set, das auf Basis geführter Interviews sowie bereits bestehender Materialien wie beispielsweise unserer lebendigen Leitlinien entwickelt wurde. Dieses Set wurde anschließend in der statusgruppenübergreifenden und interdisziplinären Taskforce „AI Literacy“ diskutiert, fachlich weiterentwickelt und gezielt auf Blindstellen geprüft – etwa mit Blick auf rechtliche Rahmenbedingungen, Kompetenzmodelle oder das Leitbild der TU Berlin. Darauf aufbauend haben wir gemeinsame Leitsätze für den verantwortungsvollen Umgang mit KI abgeleitet und in einem Workshop abgestimmt. Damit liegt dem Präsidium erstmals ein konsolidierter Entwurf für einen gemeinsamen Orientierungsrahmen zum Umgang mit KI an der TU Berlin vor. 

Zweitens wurde parallel die KIHandreichung geprüft und weiterentwickelt. Mit ihrer ampelähnlichen Einordnung bietet sie eine konkrete Orientierung zu möglichen Nutzungsszenarien von KITools und zum Umgang mit sensiblen Informationen. Die farbliche Logik wird sehr positiv aufgenommen. Sie findet bereits Anwendung im Arbeitsalltag durch verschiedene Akteur:innen, insbesondere auch durch die Führungskräfte, die sie ihren Mitarbeitenden empfehlen. Drittens haben wir begonnen, verschiedene Initiativen stärker zusammenzuführen, etwa zu KIPolicies oder Weiterbildungsformaten. Mitarbeitende aus Bereichen wie der Abteilung für Forschung und Technologietransfer, dem Studienservice oder dem Übersetzungsbüro oder aus Fachgebieten melden sich proaktiv bei uns im CIO Office im Geschäftsbereich des Präsidiums, um ihre KILeitlinien und Empfehlungen mit der zentralen Handreichung und den Weiterbildungsformaten, perspektivisch auch mit den Leitsätzen zu verzahnen. Mit der noch stärkeren Verknüpfung der verschiedenen Aktivitäten bearbeiten wir das Spannungsfeld von Autonomie und gemeinsamer Orientierung, dass uns beim letzten Gespräch und auch schon beim HFD KI-lab 2025 beschäftigt hat.  

Viertens wurden der Diskurs und die Kommunikation zu Aspekten der Verantwortung im Umgang mit KI weiter intensiviert. Nachhaltigkeit als wichtiges Handlungsfeld der TU wurde dabei gezielt adressiert, etwa in einem ersten Fachgespräch mit der Wissenschaftlerin Friederike Rohde. Dieser Austausch ist Teil einer systematisch gestalteten Begleitung der KIDebatte und zielt insbesondere darauf, Wissenschaft und Verwaltung zu Fragen der Nachhaltigkeit stärker miteinander ins Gespräch zu bringen. 

Fünftens profitiert der Prozess von verschiedenen Vernetzungsformaten auf nationaler und internationaler Ebene. In einem vom HFD organisierten Austausch mit einer israelischen Hochschuldelegation wurde beispielsweisedeutlich, in welchem Maße der EU AI Act im internationalen Vergleich nicht nur regulatorische Anforderungen setzt, sondern auch Impulse für Kompetenzbildung und strategische Orientierung bietet. Ergänzend findet ein intensiver Austausch, beispielsweise zu KI in der Verwaltung, innerhalb der Berlin University Alliance statt. 

Miram: Frau Schulz, wie schauen Sie auf die Thematik AI Literacy? Welche Rolle spielt die Zentraleinrichtung Weiterbildung und Kooperationen (ZEWK) bei der Implementierung?

 

Schulz: An der ZEWK unterstützen wir ganz konkret den Aufbau von KI-Kompetenzen mit einem breiten Portfolio an Formaten, das verschiedene Bedarfe und Einstiegsniveaus aufgreift: von kurzen Orientierungsangeboten bis hin zu vertiefenden Kursformaten und maßgeschneiderten Workshops direkt in den Fachgebieten. Wir bringen dabei eine einordnende Perspektive mit: nah an den konkreten Bedarfen, aber mit Blick auf das Ganze. 

Mit Blick auf generative KI wurden mit Veröffentlichung von ChatGPT die grundlegenden Fragen, was man mit KI machen kann und darf, sowie konkrete Bedarfe nach Orientierung und Weiterbildung an uns herangetragen. Deshalb haben wir bereits zu einem frühen Zeitpunkt mit der Kursreihe KI@TUB begonnen, auch als es institutionell noch kaum Antworten gab. 

In einer gewissen Zweigleisigkeit haben wir dabei einerseits versucht, auf konkrete Bedarfe schnell zu reagieren und Angebote bereitzustellen und uns andererseits in der Taskforce eingebracht, um die Ergebnisse dieses Prozesses dann auch in die Weiterentwicklung unseres Programms einfließen zu lassen. 

Unser Verständnis von AI Literacy zielt nicht primär darauf ab, einzelne Kompetenzfelder abzuhaken. Entscheidend ist vielmehr, dass Menschen handlungsfähig werden: dass sie einschätzen können, was bei der Nutzung von KI-Tools passiert, und begründete Entscheidungen darüber treffen können, ob und wie KI eingesetzt wird.

Miram: Wie hat das Aufkommen von KI Ihre Arbeit beeinflusst und verändert? 

 

Schulz: Die Bedarfe haben sich verändert, aber auch die Art der Angebote. Während in anderen Themenfeldern häufig Expert:innen Inhalte vermitteln, waren wir bei KI von Anfang an stärker moderierend und begleitend tätig. Viele Kompetenzen sind parallel zur technologischen Entwicklung entstanden. Auch die Expert:innen mussten sich erst orientieren, weshalb Formate des gemeinsamen Ausprobierens und Austauschs lange im Vordergrund standen. 

Gleichzeitig ist die Heterogenität der Teilnehmenden seit der leichten Verfügbarkeit von generativer KI stark gewachsen: Es gibt Personen mit ersten Erfahrungen und andere mit sehr hoher Nutzungspraxis. Auffällig ist, dass beide Gruppen häufig ähnliche Fragen haben, allerdings mit unterschiedlichem Vorwissen. Der Bedarf liegt daher weniger in einem einheitlichen Wissensstand als in passenden Austausch und Reflexionsräumen. 

In der Lehre stehen weiterhin sehr konkrete Fragen im Mittelpunkt, insbesondere zu Prüfungen und Abschlussarbeiten: Wie lässt sich wissenschaftliche Eigenleistung beurteilen, wenn KI genutzt wird und sind neue oder kombinierte Prüfungsformate erforderlich? In der Forschung geht es stärker um KI als Sparringpartner, etwa bei Anträgen, Literaturarbeit oder Datenauswertung, verbunden mit der Frage nach dem tatsächlichen Mehrwert. In der Wissenschaftskommunikation wird KI vor allem als Impulsgeber, Schreibhilfe und Reflexionsfläche genutzt, etwa um komplexe Inhalte verständlicher aufzubereiten oder neue Perspektiven zu entwickeln. In der Verwaltung ist der Umgang mit KI besonders sensibel, vor allem wegen personenbezogener Daten sowie mit Blick auf Datenschutz und institutionelle Rahmenbedingungen. 

Um dieser Vielfalt gerecht zu werden, arbeiten wir mit unterschiedlichen Formaten: kurzen Überblicksangeboten, längeren Kursen mit Raum zum gemeinsamen Erproben sowie maßgeschneiderten Workshops direkt in den Fachgebieten. In diesen Formaten übernehmen wir häufig eine moderierende Rolle und bringen Erfahrungen aus unterschiedlichen Kontexten zusammen, um sehr konkrete Fragen aus dem Arbeitsalltag zeitnah zu bearbeiten.

Blog
Dekoratives Bild mit dem Text: Wie baue ich AI Literacy auf? Ein Interview von Malte Miram mit Adrian Siebing und Katharina Kinga Kowalska.

AI Literacy strategisch aufbauen Teil 1: Ein Gespräch mit Katharina Kinga Kowalska und Adrian Siebing über die Arbeit einer Taskforce AI Literacy

Portraitfoto Malte Miram
Malte Miram
23.03.2026

Miram: Wie sehen diese maßgeschneiderten Formate aus?

 

Schulz: Die meisten Anfragen kommen auf Fachgebietsebene, oft über bestehende Kontakte aus früheren Weiterbildungsformaten. Der Ablauf ist relativ standardisiert: Wir arbeiten in zwei bis drei Stunden mit einer anpassbaren Grundpräsentation. Insgesamt führen wir etwa ein bis zwei solcher Workshops pro Monat durch. Dieser Aufwand ist gut leistbar und sehr wertvoll, weil die Erkenntnisse direkt in unser Gesamtprogramm zurückfließen. 

Dabei zeigt sich, dass weniger das einzelne Fach entscheidend ist als die jeweilige Arbeitsweise, etwa ob projektorientiert gearbeitet wird, ob viel geschrieben oder experimentiert wird und wie Prüfungen gestaltet sind. Entsprechend wenden sich nicht nur Fachgebiete mit wenig KIErfahrung an uns, sondern auch sehr erfahrene Teams. Dort liegt der Bedarf weniger in technischen Grundlagen als in strukturiertem Austausch, institutioneller Rahmung und gemeinsamer Reflexion.  

Kowalska: Was wir zunehmend beobachten, ist, dass in einzelnen Fachgebieten bereits KILösungen erprobt werden, die institutionell zunächst wenig sichtbar sind, sich aber über Austauschformate wie den International Day erfolgreich in andere Bereiche der Universität übertragen lassen. Dort können sie weiter skaliert werden können, wie etwa der an der TU entwickelte China Navigatorder im Kontext internationaler Forschungskooperationen eingesetzt wird.

Miram: Stichwort übertragen und skalieren: Um die von Ihnen angesprochenen Leitsätze hochschulweit umzusetzen, sind Kommunikations und Beteiligungsformate wichtig. Wie gehen Sie hierbei vor?

 

KowalskaAus der Kommunikation zur Digitalisierungsstrategie der TU Berlin wissen wir, dass die Kombination aus niedrigschwelligen Formaten wie Workshops und Retreats, aber auch TownhallMeetings mit Breitenwirkung gut funktioniert. Insgesamt setzen wir daher auf einen mehrgleisigen Kommunikations- und Beteiligungsansatz. Diesen haben wir im KI-Lab des HFD entwickelt und dem Präsidium für die Entwicklung Strategie für den verantwortungsvollen Umgang mit KI an der TU Berlin vorgelegtDafür haben wir ein entsprechendes Mandat erhalten. Ergänzend ist eine laufende Kommunikation über das Intranet vorgesehen. Um auch die Studierende zu erreichen, haben wir gemeinsam mit der Stabsstelle Kommunikation zusätzliche Kommunikationswege über die Webseite und SocialMediaKanäle eingeplant.

Miram: Wie lässt sich der Austausch zu KI jenseits von Zufälligkeiten organisieren – gerade im Spannungsfeld zentral/dezentral und angesichts der Größe der Universität?

 

KowalskaEin Stück weit ist dieser Austausch natürlich vom alltäglichen Doing geprägt. Erfahrungen aus maßgeschneiderten Formaten werden weitergegeben, Kontakte entstehen, und Kolleg:innen aus benachbarten Fakultäten werden auf vorhandene Expertise aufmerksam gemacht. Gleichzeitig gibt es im Bereich Digitalisierung auch strukturelle Ansätze, die über Zufälligkeiten hinausgehen.

Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie der TU Berlin ist mit SDG Connect ein Programm vorgesehen, das die Sichtbarkeit und Nutzung von Forschungswissen, Kompetenzen und guten Praktiken im Kontext einer nachhaltigen Digitalisierung stärkt. Dabei werden digitale und KI-gestützte Lösungen zur Unterstützung nachhaltiger Prozesse entwickelt und mit Weiterbildungs-, Netzwerk- und Wissenstransferangeboten verknüpft.  

Daneben werden im Sustain.ALL Transformation Hub, einer Initiative der TU Berlin gemeinsam mit dem Einstein Center for Digital Future, konkrete Challenges aus Campusbetrieb und Verwaltung bearbeitet, aus denen digitale und nachhaltigkeitsbezogene Lösungen entstehen. An der Entwicklung sind Studierende in interdisziplinären Teams beteiligt, die dabei praxisorientierte Kompetenzen sowie Credit Points im Rahmen eines offenen Moduls erwerben.

Was ich daran besonders schätze, ist die enge Verflechtung zwischen Fachgebieten, Lehrenden wie Forschenden, zentraler Verwaltung und Studierenden. So wird Austausch systematisch organisiert, ohne die Nähe zur Praxis zu verlieren.

Schulz: Eine weitere Möglichkeit ist gezielt in Gremien und Austauschrunden zu gehen und dort Themen, Erfahrungen und Empfehlungen regelmäßig einzubringen. Ich bin zum Beispiel im Arbeitskreis Qualitätsmanagement, in dem unter anderem alle Studiendekane vertreten sind. Dafür braucht es aber einen fundierten und gut teilbaren Stand der Themen, Erfahrungen und Use Cases brauchen einen gewissen Reifegrad.

Vor diesem Punkt ist eine strukturierte Ansprache allein schwierig, weil nicht alle über formale Strukturen erreichbar sind. Deshalb gehen wir immer wieder dorthin, wo wir verschiedene Gruppen erreichen – etwa zum Tag der Lehre oder zu Fakultätstagen.

Es reicht auch nicht aus, Inhalte auf einer Webseite bereitzustellen oder allein auf Weiterbildungsangebote zu setzen. Sichtbarkeit, Netzwerke und die persönliche Komponente bleiben entscheidend, gerade in einer großen Universität.

Wenn es um die Implementierung und Wirkung der Leitsätze geht, ist für mich die Verankerung in der Weiterbildung zentral. Mein Anspruch ist, sie auch in die bestehenden und weiterzuentwickelnden Formate wie die KI@TUBReihe zu integrieren und dort mit Leben zu füllen.

Denn der Wert der Leitsätze zeigt sich nicht darin, dass sie formuliert sind. Entscheidend ist, dass immer wieder der Bezug hergestellt wird: Was heißt das konkret, und wo wird sichtbar, dass diese Werte auch gelebt werden?

„Es reicht (...) nicht aus, Inhalte auf einer Webseite bereitzustellen oder allein auf Weiterbildungsangebote zu setzen. Sichtbarkeit, Netzwerke und die persönliche Komponente bleiben entscheidend, gerade in einer großen Universität.“
Alexandra Schulz, stellvertretende Leiterin der Zentraleinrichtung Weiterbildung und Kooperationen, TU Berlin

Miram: Frau Schulz, woran würde man aus Ihrer Perspektive erkennen, dass AI Literacy an der TU Berlin wirklich in der Breite angekommen ist?

 

Schulz: Es gibt nicht den einen Punkt, an dem man sagen kann: Jetzt sind alle Häkchen gesetzt. Stattdessen zeigt es sich daran, dass Diskussionen eine andere Qualität bekommen und bestimmte Fragen gar nicht mehr gestellt werden. Es geht dann weniger darum, ob etwas überhaupt erlaubt ist, sondern stärker darum, wie man es sinnvoll umsetzt. Auch bei Prüfungsformaten sollte sich die Diskussion verschieben, sodass der Umgang mit KI selbstverständlich wird.

Eine solche Selbstverständlichkeit wäre für mich ein zentraler Indikator. Im besten Fall ist AI Literacy dann kein eigenes Programm mehr, sondern Teil des Alltags.

Portraitfoto von katharina kinga kowalska

Dr. Katharina Kinga Kowalska promovierte im Bereich Transformations- und Wissenschaftsforschung. Seit rund fünfzehn Jahren ist sie im Wissenschaftsmanagement und in der Organisationsentwicklung tätig. Sie ist Sprecherin der Task Force „AI Literacy der TU Berlin“ und erarbeitet KI-Maßnahmen in enger Abstimmung mit dem Präsidialbereich.

Foto von Dr. Alexandra Schulz

Dr. Alexandra Schultz leitet das Team Digitale Kompetenzen und Medienproduktion an der ZEWK, ist stellvertretende Leiterin der Einrichtung und verantwortet den Bereich Wissenschaftskommunikation. Ins Berufsleben gestartet als Fahrzeugtechnik-Ingenieurin und Fachjournalistin arbeitet sie seit 2012 im Team der Wissenschaftlichen Weiterbildung. Dort laufen die Fäden ihrer beruflichen Stationen und Interessen zusammen: in Kursen und Beratungen zu digitalen Kompetenzen, im Aufnahmestudio sowie mit dem Zertifikatsprogramm Wissenschaftskommunikation unterstützt sie Lehrende und Forschende dabei, ihr Wissen zielgruppenorientiert, lerngerecht und verständlich weiterzugeben.

Das Interview führte

Portraitfoto Malte Miram

Dr. Malte Miram ist Programmmanager beim Stifterverband. Im Hochschulforum Digitalisierung entwickelt und koordiniert er Qualifizierungsangebote für Lehrende, Mitarbeitende in Unterstützungsstrukturen von Lehre und Infrastruktur sowie Wissenschaftsmanager:innen.

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