Neue HFD-Publikation: „Die KI-Nutzung in Studium und Lehre“
Neue HFD-Publikation: „Die KI-Nutzung in Studium und Lehre“
28.01.26
Generative KI-Systeme erhalten zunehmend Einzug in verschiedenste Lebensbereiche. Diese Entwicklung macht auch vor Hochschulen nicht halt. Wie genau KI Studium und Lehre beeinflusst, ist deshalb Thema zahlreicher quantitativer Erhebungen. In diesen wird unter anderem untersucht, wie häufig Studierende und Lehrende KI nutzen, zu welchen Zwecken sie KI im Studium verwenden und welche Erwartungen sie in Bezug auf KI an ihre Hochschule haben.
Im neuen HFD-Arbeitspapier „Die KI-Nutzung in Studium und Lehre. Ein Review auf Grundlage empirischer Studien“ haben Elke Bosse, Klaus Wannemacher und Maren Lübcke fünfzehn verschiedene nationale Studien zur KI-Nutzung vergleichend analysiert – so bieten sie einen umfassenden Überblick über die Rolle von KI im Hochschulalltag. Internationale Vergleichsstudien erlauben zudem eine Einordnung der Ergebnisse in einen globalen Kontext. Das Review befasst sich sowohl mit Nutzungshäufigkeiten und -mustern, sich abzeichnenden Entwicklungstrends, Einstellungen gegenüber KI, KI-Kompetenzen sowie mit institutionellen Rahmenbedingungen aus Sicht von Studierenden und Lehrenden.
In der studienübergreifenden Analyse zeigt sich deutlich, dass sich generativer KI-Systeme unter Studierenden innerhalb kürzester Zeit verbreitet haben und den Studienalltag spürbar prägen. So liegt der Anteil der Studierenden, die KI bislang nicht genutzt haben, in den aktuellen Studien, die herangezogen wurden, nur noch im einstelligen Prozentbereich. Bei den Studierenden, die KI bereits benutzen, steigt zudem die Intensität und Breite der Nutzung in allen erfassten Anwendungsbereichen. Kontinuierliche Zuwächse lassen sich beispielsweise in den Bereichen Textarbeit, Lernunterstützung und Studien- sowie Selbstorganisation verzeichnen. Die Lehrenden zeigen sich laut den in den verglichenen Studien zurückhaltender, doch auch ihr Interesse an den Einsatzmöglichkeiten wächst deutlich messbar.
Die Analyse macht deutlich, dass Studierende KI bislang oft pragmatisch, aber wenig reflektiert einsetzen. Lehrende experimentieren überwiegend punktuell mit KI, während Hochschulen erst beginnen, tragfähige Strategien und flächendeckende Unterstützungsangebote zu etablieren. Deshalb sehen die Autor:innen des Arbeitspapiers Handlungsbedarfe – es braucht Leitlinien, die Lehrenden und Studierenden rechtliche Sicherheit bieten, ohne didaktische Innovationen zu behindern. Weiterhin wird empfohlen, Fort- und Weiterbildungsangebote zum KI-gestützten Lehren und Lernen auszubauen und KI-Kompetenzen mittelfristig curricular zu verankern.