Wissenschaftsrat veröffentlicht Empfehlungen zu generativer KI in der Hochschulbildung
Wissenschaftsrat veröffentlicht Empfehlungen zu generativer KI in der Hochschulbildung
06.07.26
Der Wissenschaftsrat hat Empfehlungen zur Hochschulbildung in Zeiten generativer KI veröffentlicht. Im Zentrum steht die Leitidee der „intellektuellen Souveränität“.
Der Wissenschaftsrat hat die Publikation „Intellektuelle Souveränität: Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten von generativer KI“ veröffentlicht. Darin befasst sich das Gremium mit der Frage, wie Hochschulen Lehre, Lernen und Prüfungen angesichts der rasanten Entwicklung generativer KI weiterentwickeln können.
Der Wissenschaftsrat beschreibt generative KI nicht nur als weiteres digitales Werkzeug, sondern als Technologie, die grundlegende Fragen akademischen Denkens, wissenschaftlicher Praxis und hochschulischer Bildung berührt. Im Zentrum der Empfehlungen steht deshalb die Leitidee der intellektuellen Souveränität. In den Empfehlungen wird dieser Begriff wie folgt definiert:
„Intellektuelle Souveränität ist die Fähigkeit zum freien und selbstbestimmten Handeln in der Wissensaneignung und Wissensproduktion sowie die Fähigkeit, autonom zu denken und Entscheidungen selbst argumentativ zu begründen.” (S. 8)
Die Empfehlungen greifen zahlreiche Fragen auf, die Hochschulen und ihre Akteur:innen derzeit intensiv beschäftigen – von KI-Kompetenzen und Prüfungsformaten über die Rolle von Lehrenden und Lernenden bis hin zu rechtlicher Orientierung und digitalen Infrastrukturen. Auch der Fachdiskurs, den das Hochschulforum Digitalisierung gemeinsam mit vielen Partner:innen und der Hochschulcommunity begleitet, findet in der Publikation sichtbar Niederschlag: Der Wissenschaftsrat verweist unter anderem auf den KI-Monitor 2025 des HFD sowie auf bestehende Informations-, Beratungs- und Vernetzungsangebote des HFD. Die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Qualifizierung von Lehrenden und zu KI-Infrastrukturen betonen zudem, dass es länder- und hochschulübergreifender Maßnahmen bedarf. Ein Kernanliegen des HFD ist es, die übergreifende Kollaborationskultur im deutschen Hochschulsystem zu stärken.
Darüber hinaus empfiehlt der Wissenschaftsrat unter anderem, KI-freie Räume im Studium zu schaffen und Prüfungsformate weiterzuentwickeln. Die Publikation betont die Bedeutung von Hochschulen als sozialen Lernorten, die Notwendigkeit empirischer Begleitforschung zur Lernwirksamkeit von KI-Anwendungen sowie den Aufbau souveräner und leistungsfähiger KI-Infrastrukturen. Auch rechtliche Orientierung und Planungssicherheit für Hochschulen werden als zentrale Handlungsfelder benannt.
Die Empfehlungen wurden am 3. Juli 2026 in Hamburg verabschiedet. Die Publikation „Intellektuelle Souveränität: Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten von generativer KI“ ist auf der Website des Wissenschaftsrats abrufbar.