KI als Managementaufgabe der Hochschule – Neues Arbeitspapier zur organisationalen Einordnung des KI-Umgangs in Studium und Lehre
KI als Managementaufgabe der Hochschule – Neues Arbeitspapier zur organisationalen Einordnung des KI-Umgangs in Studium und Lehre
02.03.26
Das Arbeitspapier ordnet den Umgang mit Künstlicher Intelligenz in Studium und Lehre als organisationale Managementaufgabe ein. Auf Grundlage qualitativer Interviews zeigt es, wie Hochschulen unter Unsicherheit versuchen, Orientierung im KI-Umgang herzustellen, und entwickelt eine Heuristik, mit der sich Strategie, Infrastruktur, Qualifizierung und Lehrpraxis in einen Gesamtzusammenhang überführen lassen.
Seit der breiten Verfügbarkeit generativer KI steht der Hochschulbereich unter Veränderungsdruck. Text-, Bild- und Analysewerkzeuge greifen tief in akademische Praktiken ein: Sie betreffen Lernprozesse, Prüfungsformate, Bewertungsmaßstäbe und nicht zuletzt das Verständnis eigenständiger Leistung.
KI ist jedoch nicht nur eine didaktische oder technische Herausforderung. Sie erfordert das Zusammenwirken unterschiedlicher Leistungsbereiche der Hochschule und ist somit eine Managementaufgabe.
Hochschulen reagieren mit Leitlinien, Weiterbildungsangeboten, Taskforces, technischer Infrastruktur und strategischen Papieren. Gleichzeitig entstehen vielerorts informelle Praktiken im Alltag von Lehrenden und Studierenden. Dabei bildet sich zwar Orientierung heraus, jedoch ist diese oft verteilt, implizit und erfolgt unter hoher Unsicherheit in einem sich rasant weiterentwickelnden technologischen Umfeld.
Das Arbeitspapier „KI als Managementaufgabe der Hochschule. Den Umgang mit KI ‚in sinnvolle Bahnen lenken‘“ setzt genau hier an. Auf Grundlage von sieben Interviews mit Personen, die an ihren Hochschulen zentrale Verantwortung für den KI-Umgang tragen, analysiert es KI nicht primär als Technologie, sondern als Gegenstand organisationaler Sinnbildungsprozesse.
Die zentrale These lautet: Hochschulen managen KI bereits, häufig jedoch ohne einen stabilisierten Gesamtzusammenhang. KI „in sinnvolle Bahnen zu lenken“ gelingt nur, wenn Erfahrungen aus der Lehr-/Lernpraxis, Qualifizierungsangebote, infrastrukturelle Entscheidungen, strategische Profilierungsfragen und die relevanten Stakeholder mit einbezogen werden. Erst dieses informierte Wechselspiel ermöglicht es, verteilte Initiativen in eine tragfähige organisationale Orientierung zu überführen.
Das Arbeitspapier bietet eine organisationswissenschaftliche Einordnung der anspruchsvollen Dynamik. Es entwickelt eine Heuristik, mit der sich unterschiedliche Aktivitäten – von KI-Strategieentwicklung über Infrastrukturentscheidungen bis hin zur Aushandlungen des KI-Umgangs in Lehrveranstaltungen – in ein gemeinsames Verständnis überführen lassen. Die kollektive Herstellung von „Sinn” (Sensemaking) – so die Annahme – ist hierbei der zentrale Modus des KI-Umgangs.
Sichtbar soll werden,
- wie und auf welchen Ebenen der Hochschule Sinn im KI-Umgang überhaupt entsteht,
- wie sich dieser Sinn strukturell verfestigt,
- und wo Steuerungsmöglichkeiten sowie strukturelle Grenzen liegen.
Damit verschiebt das Papier die Perspektive: Im Zentrum steht nicht die Frage, was KI technisch ermöglicht, sondern wie Hochschulen unter Unsicherheit handlungsfähig bleiben und institutionelle Orientierung stabilisieren.
Das Arbeitspapier versteht sich als Diskussionsangebot und lädt dazu ein, den eigenen organisationalen Umgang mit KI differenziert zu reflektieren: Wie entsteht an Ihrer Hochschule Orientierung im Umgang mit KI – und wie wird sie tragfähig?
Hier das Arbeitspapier „KI als Managementaufgabe der Hochschule“ herunterladen und lesen!
Ansprechperson:
Jens Tobor
