Soziale Barrieren in der digitalen Lehre abbauen: Diskussionspapier zu Unconditional Teaching

Soziale Barrieren in der digitalen Lehre abbauen: Diskussionspapier zu Unconditional Teaching

30.08.22

In ihrem Diskussionspapier “Ressource anstatt Hürde sein: Wie Lehrende soziale Barrieren abbauen und Teilhabe fördern durch Unconditional Teaching” formulieren Tyll Zybura und Katharina Pietsch Haltungsprinzipien und Reflexionsfragen für die (digitale) Lehre. Das Papier liefert zudem Praxisanregungen. Das Konzept Unconditional Teaching ruft zu beziehungsreicheren Lehr-Lern-Praktiken auf. Ziel ist es, soziale Barrieren im Hochschulkontext kritisch zu reflektieren und bewusst abzubauen. 

Aktuelle Digitalisierungsdiskurse tendieren dazu, technologische, didaktische und rechtliche Diskussionen über den Einsatz von Software in den Vordergrund zu rücken. Fragen der Barrierefreiheit werden in diesem Kontext hauptsächlich unter dem Aspekt technologischer Zugänglichkeit gestellt. Mit ihrem Projekt Unconditional Teaching wollen Katharina Pietsch und Tyll Zybura dazu beitragen, mehr über Beziehung und Kommunikation in der Hochschullehre zu sprechen, über Haltungen und Bedürfnisse. Sie gehen davon aus, dass nicht didaktische Methoden oder digitale Tools die wertvollsten Ressourcen für Studierende sind, sondern ihnen zugewandte Lehrende. Unconditional Teaching ist eine Kritik an den strukturellen Ungleichheiten in der Hochschullehre und ein Aufruf zu beziehungsreicheren Lehr-Lern-Praktiken, die soziale Barrieren kritisch reflektieren und bewusst abbauen.

In ihrem Diskussionspapier formulieren Tyll Zybura und Katharina Pietsch Systemkritik und Haltungsprinzipien. Gleichzeitig liefern sie Praxisanregungen und Reflexionsfragen, um Lehrende dabei zu unterstützen, durch mehr menschliche Zugewandtheit, insbesondere in der digitalen Lehre, eine Ressource für Studierende zu sein. Im September 2021 haben die Autor:innen für das HFD auf Grundlage ihres Projekts Unconditional Teaching den Workshop „Teilhabe und (digitale) Lehre“ durchgeführt, aus dem die Idee für dieses Diskussionspapier entstanden ist.