StudySmarter Hackathon: Digital University

Im digitalen Herzen Münchens fand unter dem Motto "Digital University" ein Hackathon der besonderen Art statt. In den Räumen von Google kamen auf Einladung von Studysmarter über 100 motivierte Studierende der Technischen Universität München (TUM) zusammen um an der Zukunft der Hochschule des 21. Jahrhunderts zu arbeiten.

Bild von Studysmarter

Es ging schon recht früh los. Um 8 Uhr 30 waren fast alle da und die vier Herausforderungen des Tages, „Digital University“, „Fun Learning Experience“, „Social University“ und „Future Skills“ wurden in präzisen Sätzen von Isabel Fries (Moderatorin) und Christian Felgenhauer (Co-Founder & CEO von Studysmarter) formuliert. Danach fanden sich schnell 20 Teams zusammen, um sich einem der Themengebiete zu widmen. Bei den Themen ging es um Fragen rund um die digitale Vernetzung von Studierenden und ihrer Universität, um neue Ideen und Designs für einen idealen digitalen Lernprozess, die digitale Gestaltung des Studiums sowie die Vermittlung von Future Skills wie Kollaboration und Kreativität. Die Diversität an Themen und Möglichkeiten spiegelte sich zugleich in der Zusammensetzung der Teams wieder: Ob Russland, Georgien, Japan oder natürlich Deutschland, die Teilnehmenden kamen aus allen Teilen der Welt – um gemeinsam an neuen Ideen und Produkten für die Zukunft der Hochschule zuarbeiten.

Dementsprechend international war die Atmosphäre mit einer überwiegenden Verständigung auf Englisch. Auch verstärkte sich im Laufe des Vormittags bei mir der Eindruck, dass sich viele der Teams schon im Vorfeld Gedanken gemacht hatten – teilweise waren im Vorfeld bereits ganze Onlineplattformen für digitale Lerninhalte entstanden. Ob bestehende Idee oder neue Vision, der gesamte Tag war geprägt von Kreativität in der Erarbeitung und Umsetzung neuer Konzepte. Am Ende wurden drei Finalisten durch eine interdisziplinare Jury gekürt. Die Gewinner stelle ich gleich vor, zuvor habe ich das Team von Studysmarter gefragt wie die Idee des Hackathons entstanden ist: 

Florian Hanke: Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, einen Hackathon für Studierende zu veranstalten?

Studysmarter: Als studentische Gründer wollten wir anderen Studierenden die Möglichkeit bieten, eigene Ideen zu entwickeln und stärker in die Digitalisierung deutscher Hochschulen und Universitäten zu involvieren. Idealerweise ergeben sich hieraus neue studentischen Initiativen und Start-ups.

Florian Hanke: Und wieso einen Hackathon zum Thema Digital University?

Studysmarter: Wir arbeiten mit StudySmarter selbst an der Digitalisierung der Hochschulbildung und konnten so in diesem Bereich am meisten Erfahrungen, gemeinsam mit unseren Partnern, mit den Studierenden teilen.

Bild von StudysmarterKonzentration trifft auf Kreativität

Den Vormittag über hatte ich die Möglichkeit, mit den verschiedenen Teams kurz über ihre Ideen, Visionen und Herausforderungen zu sprechen. Die wichtige Rolle von Experten, wie Dr. Andreas Fleischmann, Leiter von ProLehre, Medien und Didaktik der TUM, wurde dabei besonders deutlich, so hatten die Teams speziell in der Anfangsphase bezüglich des Sammelns möglicher Herausforderungen im universitären Bereich konkrete Fragen. An dieser Stelle zeigte sich wieder, wie unterschiedlich die einzelnen Teams aufgestellt waren. Manche schienen sich über die jeweilige Problemstellung und die hierfür relevanten Informationen bereits im Vorfeld des Hackathons intensiv informiert zu haben. Sie konnten dementsprechend direkt in die Weiterentwicklung ihrer jeweiligen Lösung starten und mussten sich nicht erst intensiv mit der Problemdefinition und dem Sammeln relevanter Informationen befassen. Andere Teams hatten sich gerade erst gefunden und mussten sich zunächst organisieren, bevor es ans konzeptionelle Arbeiten ging.

Die Konsequenz aus meiner Sicht: Je nach Intention muss bei der Organisation eines Hackathons schon bei der Auswahl der Teilnehmenden darauf geachtet werden, ob sich bestehende Teams oder einzelne Studierende bewerben. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Ausgangslage für alle gleich ist. Auch wurde schnell deutlich, wie wichtig ein grundlegendes Verständnis hochschulinterner Prozesse ist um neue digitale Lösungen für Studierende und Hochschulen entwickeln zu können. Im Sinne der Chancengleichheit kristallisierte sich an dieser Stelle die Bedeutung eines klaren Ansatzes heraus: Teams, die bereits über das Grundlagenwissen für die Entwicklung konkreter Lösungen der jeweiligen Problemstellung verfügen, können selbstverständlich direkt loslegen. Das Format des Hackathons erscheint dann besonders effektiv, wenn Expertenwissen und gute Softwareentwicklungsfähigkeiten in einem Team aufeinandertreffen. Dazu habe ich mit Studysmarter gesprochen. Auf dem Hackathon hat die Jury bei ihrer Bewertung explizit darauf geachtet, dass neue Ideen während des Hackathons erarbeitet wurden.

Generell lässt sich sagen: Ganz klar definiert die Zielsetzung und Zusammensetzung der Teilnehmenden das jeweilige Format. An dieser Stelle ein Hinweis in eigener Sache. Das Hochschulforum Digitalisierung veranstaltet in Kooperation mit dem Impact Hub Berlin einen Hackathon mit dem Thema #HackYourCampus. Wir kombinieren dabei das Format eines Hackathons mit einem Design Thinking-Prozess. Dies ermöglicht es den multidisziplinären Teams, über zweieinhalb Tage lang Problemstellungen zu identifizieren, Informationen zu sammeln und Lösungen für die Zukunft des Campus zu erarbeiten. Am Ende präsentieren wir fertige Prototypen auf unserer Themenwoche. Mehr dazu unter diesem Link.  

Bild von StudysmarterDie Gewinner des Tages

Zurück zum StudySmarter-Hackathon „Digital University“. Die Ergebnisse der Veranstaltung sprechen für sich. Nach über acht Stunden intensiven Arbeitens war es soweit: die ersten Teams stellten ihre Prototypen vor. Die Spannung im Raum war merklich gestiegen und die letzten Vorbereitungen und Testläufe kamen langsam zu einem Ende. Die Jury, bestehend aus Dr. Hans Pongratz, CIO der Technischen Universität München, Oliver Dorn, Direktor des FOM University Center München, Klaus Kreulich, Vizepräseident der Hochschule für angewandte Wissenschaft München, Felix Klühr, Investmentmanager bei Holtzbrinck Ventures und Stefan Wegener, Co-Founder & CTO of UniNow, war bereit für die 20 Pitches der einzelnen Teams. Für die Bewertung stand der Nutzen in der Hochschulbildung, die Implementierung und insbesondere der technische Fortschritt an dem Tag des Hackathons im Vordergrund. Alle drei Teams präsentierten funktionierende Prototypen. Die knappen 3 Minuten, die jedes Team zur Verfügung hatte, um Ihre Idee und dessen Umsetzung vorzustellen, war definitiv eine weitere Herausforderung für so manches Team. Nach der zweiten Pitch Round zog sich die Jury kurz zurück, um die Gewinner des Tages auszuwählen. Bei der Fülle und Intensität an innovativen Lösungen bestimmt keine ganz einfache Aufgabe. 

Bild von StudysmarterDie Finalisten

Nach kurzer Beratung stand die Entscheidung der Jury fest. Das Team von Key Frame konnte die Jury mit einer schnell realisierbaren Anwendung mit direktem Mehrwert für Studierende überzeugen. Das Ziel von Key Frame ist das schnelle Durchsuchen von Vorlesungen nach Stichworten und Sätzen. Hierfür verwendet das Team Google Speech, um die Aufzeichnungen von Vorlesungen schnell in Text zu verwandeln. Dieser Text wird dann automatisch an Zeitmarken gekoppelt und mit den jeweiligen Vorlesungsfolien synchronisiert. Wenn nun nach einem Stichwort gesucht wird, wird der Nutzer direkt zu der passenden Textstelle und passenden Vorlesungsfolie geleitet. Key Frame erhielt den ersten Platz, dotiert mit 750 Euro. Der zweite Platz, dotiert mit 500 Euro ging an Edutalk. Die App erkennt Objekte, übersetzt die Namen in Fremdsprachen und verfügt über einen integrierten Karteikartentrainer, also der Einsatz von Objekterkennung zum Erlernen neuer Sprachen. Estus Flask, eine Applikation für kollaboratives Lernen erhielt den dritten Platz. Hier werden  3D-Modelle für Anwender in Augmented Reality visualisiert und das kollaborative Hinzufügen von Anmerkungen und Zeichnungen ermöglicht. Der dritte Platz war mit 250 Euro dotiert. Mehr Infos über die Finalisten finden sich hier.

Ich habe natürlich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen und Studysmarter gefragt, welche Idee Ihnen besonders imponiert hat:

Studysmarter: Imponiert hat uns vor allem die Vielfalt und die schnelle Implementierung der verschiedenen Ideen. Von neuartigen Arten, Sprachen zu lernen über kollaboratives Lernen mit Augmented Reality bis hin zur Gamification-Ansätzen, die die gesamte Uni involvieren. Es war wirklich beeindruckend, was Studierende an nur einem Tag an Ideen und Prototypen entwickelt haben.

Florian Hanke: Wie geht es jetzt bei euch weiter?

Studysmarter: Die Planungen für ein weiteres Event laufen schon und wir haben auch für unsere Lernplattform viele spannende Funktionen in der Pipeline. Wir werden uns weiterhin für die Digitalisierung der Bildung einsetzen, um es jedem zu ermöglichen seine Bildungsziele zu erreichen. Sei dies mit unserer Lernplattform, themenbezogenen Veranstaltungen oder ganz neuen Formaten! 

Der StudySmarter Hackathon „Digital University“ zeigt, auf welche Zutaten es ankommt: Motivierte Studierende mit Ideen und Visionen, ein kreativer Raum mit der richtigen Infrastruktur und natürlich die Organisatoren, die es geschafft haben, eine besondere Atmosphäre zu schaffen, in der neue Ideen und Visionen die besten Chancen auf Verwirklichung haben konnten.

Vielen Dank für das tolle Event, Studysmarter! Ich freue mich auf euer zweites Event im Wintersemester!