Warum E-Learning gescheitert ist

Hochschulforum Digitalisierung

E-Learning und MOOCs stehen als Schlagworte für Veränderungen der Lernwelt. Andreas Wittke von der Fachhochschule Lübeck erklärt in seinem Beitrag, warum er E-Learning für gescheitert hält und MOOCs ein erster Schritt zur digitalen Bildung sind. Der Text erschien zuerst auf seinem Blog www.onlinebynature.com.

Zerstörter ScreenE-Learning ist gescheitert. Bild: [https://unsplash.com/photos/XFUqd0u5U7w Simson Petrol]

E-Learning wird sich nicht durchsetzen, davon bin ich inzwischen überzeugt. Es gibt zwar tausende mehr oder minder erfolgreiche Projekte, aber E-Learning hat es weder geschafft nachhaltig zu werden, noch hat es Strukturen geändert. Es ist immer noch eine Randerscheinung, die zwar inzwischen akzeptiert ist und auch irgendwie notwendig, doch man braucht es nicht wirklich, um gute Lehre zu machen. Außerdem kostet das alles ganz schön viel Geld. Im Gegensatz dazu kommt jetzt die Digitalisierung, die meiner Meinung nach das E-Learning nebensächlich erscheinen lässt, denn die Digitalisierung verändert im Gegensatz zum E-Learning die Strukturen. Und das ist der gewaltige Unterschied.

Bei der Einführung vom E-Learning haben wir in den 90er Jahren ganz klassisch gedacht, denn wir haben einfach die bestehenden analogen Prozesse bzw. die reale Welt angeschaut und haben diese dann eins zu eins ins Digitale überführt, ohne uns Gedanken zu machen, ob dies sinnvoll wäre. Ein schönes Beispiel dafür ist die E-Mail (sie hat nicht direkt mit dem E-Learning zu tun, wird dort aber sehr gerne genutzt). Sie ist das exakte Abbild des analogen Briefes. Man schreibt genau einer Person (man kann auch cc kopieren, das ändert aber nichts), sie wird asynchron versendet und man erhält nur aufwendig eine Empfangsbestätigung. Schaut man sich das Ergebnis an, dann haben wir eine elektronische Kommunikation erschaffen, die genauso wie der analoge Prozess stattfindet.

WhatsApp ist digitale Kommunikation

Was wir aber wirklich brauchen und wollen, hat uns knapp 40(!) Jahre später WhatsApp gezeigt. Wir können nun auch in Gruppen in Echtzeit kommunizieren, erhalten grafischen Response (blauer Haken) und können sogar Medien verschicken  - und das alles flexibel mit dem Smartphone. Extrem hohe Usability und grafische Emoticons machen die Nutzung zur Freude und inzwischen kann man sogar damit telefonieren.

Man sieht an dem Beispiel sehr schön, dass sich ein neuer Prozess der Kommunikation entwickelt hat, der natürlich erst in Verbindung mit anderen Innovationen wie z.B. Smartphone, Emoticons und Videostreaming möglich war. WhatsApp und E-Mail lassen sich nicht vergleichen, es etwas Neues entstanden, was es vorher nicht gab, aber trotzdem jeder braucht.

Nehmen wir ein zweites Beispiel, nämlich das altbekannte und oft gehasste Learning Management System (LMS). Das normale LMS ist genauso wie eine Schule aufgebaut. Es gibt Fachbereiche und Klassen und alles wurde mit Türen/Passwörtern versehen, so dass ein Lerner natürlich nicht in andere Kurse reinschauen kann. Was in der analogen Schule durchaus Sinn macht, macht digital kaum noch Sinn. Eine räumliche Not existiert nicht und und Störungen sind nur theoretisch möglich, kommen in der Praxis quasi nie vor. Das LMS behandelt die Schule als geschlossenes System, wo keine Eltern, aber auch keine fremden Inhalte erlaubt sind. Das alles wird heute noch mit dem Schutz der Kinder begründet oder dem Datenschutz und oft auch noch vor der Angst des Urheberrechts. Parallel wurden dann noch alle anderen Prozesse ins LMS gebaut, wie Prüfungen mit Datum und Zeit, ein Gradebook und Kalender. Alles mit einer schlechten Usability, weil es von Pädagogen entworfen worden ist und die Methodik das wichtigste ist und nicht die Nutzung. Die Nutzung unterliegt nämlich dem Zwang und nicht der Freiwilligkeit, daher braucht es keine Motivationssysteme.

Blended Learning: Das Schlechteste beider Welten

Wie könnte denn jetzt eine neue digitale Bildung aussehen?  Es existieren erste Zwischenlösungen wie YouTube, OpenBadges, Smartphones und GSuite, die aber noch kein neues System gebildet haben, jedoch jedes für sich eine Änderung des Arbeits-, als auch des Bildungslebens ermöglichen. MOOC-Plattformen wie mooin werden das auch nicht sein. Sie zeigen jedoch, was offene digitale Bildung leisten kann, wenn man denn plötzlich mal ohne das “Gefängnis” Präsenz denkt. Wie würde denn eine echte digitale Hochschule aussehen, wenn wir sie frei vom analogen Prozess denken würde?

E-Learning ist auch gescheitert, weil wir es nicht richtig einsetzen. Damit jeder es nutzen kann ohne das analoge System zu ändern, wurde das Blended Learning erfunden. Ähnlich wie das Hybrid-Auto verbindet Blended Learning das Schlechteste beider Welten. Beim Hybrid-Auto wird immer ein Motor und ein Tank nicht genutzt, muss aber transportiert werden. Beim Blended Learning verzichten wir auf Skalierung, aber haben trotzdem hohe Entwicklungskosten. Das Hybrid-Autos Unsinn sind, zeigt gerade Tesla, und Blended Learning findet langsam in neuen Nischen wie dem Flipped Classroom Daseinsberechtigung, was aber nicht das Skalierungsproblem löst, dafür wurden MOOCs erfunden.

Grenzkostenerfahrung

Das Problem des E-Learning sind die Grenzkosten. Wenn wir weiterhin in analogen Strukturen denken, das heißt wir unterrichten in Semestern, in Klassengrößen und prüfen zu einer bestimmten Zeit alle Lerner gleichzeitig, wird E-Learning scheitern bzw. ist gescheitert. Das kann niemand bezahlen. Man kann in digitalen Prozessen jedoch nahezu unendlich denken, ähnlich wie Amazon, die auch mehr E-Books im Lager haben als jede Bibliothek der Welt. Digital kostet kein Geld. In allen, wirklich in allen Wirtschaftsbereichen vermindert die Digitalisierung die Gesamtkosten, nur in der Bildung werden sie erhöht. Was sich wie ein Treppenwitz liest, wurde doch wieder bei der legendären Campus Innovation Podiumsdiskussion ausführlich diskutiert. So lange Deutschland lieber 50 mittelmäßige Brückenkurse für Mathematik fördert, anstatt einen guten für ganz Deutschland zu machen, wird das nicht klappen. Das kann man auch nicht rechtfertigen. Also wo liegt der Fehler?

Digitale Bildung

Bild EisenbahnVon der Dampfmaschine zum Elektromotor dauerte es Jahre. Bild: [https://unsplash.com/photos/3p_zWDVvPy8 Samuel Zeller]

Ich glaube, dass wir digitale Bildung völlig neu denken müssen. Und dies wird noch dauern. Ich lese gerade “The Second Machine Age” und dort wird sehr gut beschrieben, wie viele kleine Innovations-Schritte notwendig sind, um eine wirkliche Kostenersparnis bzw. einen gesellschaftlichen Mehrwert bei der Einführung einer Technologie zu schaffen. Diese Innovationsschritte dauern normalerweise 10-15 Jahre nach Einführung des Systems, das kann man sehr gut bei der Dampfmaschine wie auch beim Elektromotor oder dem PC sehen. Als der Elektromotor eingeführt worden ist, hat er die Dampfmaschine ersetzt. Die Dampfmaschine war jedoch ein zentrales Gerät, das jede Firma nur einmal hatte. Benötigte man viel Kraft für seine Maschine, musste man nahe an der Maschine sein, damit die Welle die Kraft noch gut übertragen konnte. Erst 10 Jahre nach Einführung des Elektromotors, der kleiner und flexibler war, wurden die Fabriken so umgebaut, dass es neue Produktionsprozesse gab. Erst dadurch wurden sie effektiver. Die Einführung des E-Motors hatte also zuerst gar keinen unmittelbaren Einfluss auf die Wertsteigerung.

Digitalisierung der Bildung kann nicht teuer sein, wenn sie es wäre, machen wir was falsch

— Andreas Wittke (@onlinebynature) 21. März 2017

Wir haben ca. 15 Jahre nach Einführung des E-Learning den MOOC bekommen und wie ich immer sage: wir haben den MOOC noch nicht begriffen. MOOCs sind immer noch Babys, aber sie sind das erste vollständig digitale Baby. Wir wissen schon jetzt, dass solche digitalen Angebote nur in der Skalierung Sinn ergeben und dann bezahlbar werden. Das kann jedoch nur funktionieren, wenn diese Angebote unabhängig von einem Ort sind. Da die Inhalte vollständig digital sind und jede Kommunikation online stattfindet, können theoretisch beliebig viele Leute teilnehmen, wenn man sie denn angemessen betreuen kann. In der analogen Lehre kann ein Lehrer ca. 25 Leute unterrichten, digital könnten es je nach Konzept vielleicht 1.000 sein. Heute werden MOOCs jedoch noch(?) so konzipiert, dass sie NICHT zeitunabhängig sind. Alle MOOCs haben bisher ein Startdatum und man lernt gemeinsam. Neue digitale Angebote wären durch den Einsatz einer künstlichen Intelligenz wie Siri möglich oder indem man auf Gastdozenten aus anderen Ländern zurückgreift, die online rund um die Uhr Hilfestellung geben können. Wir könnten OnDemand-Kurse anbieten, die jeder sofort nutzen kann, wenn er sie braucht. Ähnlich wie bei einem E-Book bedeutet das: Ich will das Angebot innerhalb von Minuten nutzen können, ohne auf einen Kursstart zu warten.

Binge Learning

Wir müssen digitale Bildung neu denken, denn auch Vorlesungen von 90 Minuten und Kurslaufzeiten von einem Semester sind nicht notwendig. Ein Kurs ist so lange, wie er braucht um das Thema zu vermitteln. Das kann eine Woche sein oder ein Jahr. Warum kann ein zukünftiger Lerner nicht so lange etwas lernen, wie er Lust hat? Dank Netflix gibt es das Binge Watching, warum gibt es kein Binge Learning? Warum muss ein Lerner nach 90 Minuten Vorlesung aufhören sich mit dem Thema zu beschäftigen, wenn er gerade warm geworden ist, um dann ein völlig neues Thema vorgesetzt zu bekommen?

Bei digitalen OnDemand-Inhalten ist das möglich und wir erleben das heute schon, denn wenn man die Inhalte weit genug runterbricht (der Fachmann nennt das dann Mikrolearning oder Learning Objects), dann können wir das auch YouTube-Filmchen nennen. Denn wie man eine Fahrradkette wechselt oder einen Rollbraten kocht, kann ich schon heute OnDemand auf YouTube lernen, ganz ohne MOOCs oder eine Schule.

Und wird sich jetzt was ändern?

Ich weiß nicht, ob solche Überlegungen einen unmittelbaren Einfluss auf die bestehenden Systeme wie Schule oder Hochschule haben. Um wirklich digitale Bildung einzuführen, braucht es neue Strukturen. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass es diese neuen Strukturen geben wird und sie sich nur durch Skalierung rechnen werden. Wir in Lübeck arbeiten daran und natürlich alle großen Bildungsanbieter weltweit auch. Da die deutsche Bildung jedoch nicht auf das Geld achten muss, gibt es hier auch keinen Druck zu einem Wechsel. Daher bin ich wieder am Anfang, denn dann ist E-Learning gescheitert.

Blogschwerpunkt(e): 

Kommentare

Christian

Mein Lieblingssatz: "Ein schönes Beispiel dafür ist die E-Mail (sie hat nicht direkt mit dem E-Learning zu tun, wird dort aber sehr gerne genutzt).".

Leider spiegelt diese Aussage die Qualität des gesamten Artikels wider...

Hochschulforum Digitalisierung

Hallo,

wir halten diesen Kommentar für extrem grenzwertig, haben ihn aber auf Bitten des Autors des Blogposts veröffentlicht. Generell freuen wir uns über Kommentare, auch über sehr kritische. Worüber wir uns nicht freuen, sind Pöbeleien. Bitte untermauern Sie Ihre Kritik beim nächsten Mal mit Argumenten.

Ihr Hochschulforum Digitalisierung

Andreas Wittke

Lieber Christian,

leider kann ich auf die Kritik nicht richtig reagieren, da sie sehr kurz ist und ohne Argumente. Ich hab in den letzten 14 Tagen sehr viel Rückmeldungen zu dem Artikel bekommen, die zu 80% positiv waren, dann gab es ca. 15% Krik und ca 5% Ablehnung ähnlich ihres Kommentars. Ich denke, wenn man sich etwas weit herauslehnt und visionär schreiben will, kann man es nie jedem recht machen. Ich bin jedoch mit den Rückmeldungen sehr zufrieden.

Liebe Grüße

Andreas Wittke 

Peter England

Hallo Herr Wittke,

vielen Dank für Ihren Beitrag, der mich zum Nachdenken gebracht hat. Er kann darum sooo schlecht nicht sein. ;-)

Nach meiner Einschätzung vermischen Sie darin zwei Szenarien bzw. wechseln dazwischen hin und her: die reine Online-Lehre (zu der MOOCs sicher ein Anfang sind) und die digital unterstützte Präsenzlehre. So ähnlich wie es heute noch Papier und Bücher gibt und eMails und eBooks hinzugekommen sind, wird es auch im Bildungssektor sein: Die nicht-digitale Lehre wird kaum von der digitalen Lehre komplett ersetzt werden. Der Anspruch besteht m.E. auch gar nicht. Es werden beide und sogar Mischformen nebeneinander weiter bestehen.

eLearning, Blended Learning, MOOCs, Webinare o.Ä. werden sich meiner Meinung nach aber nicht durchsetzen (oder auch nicht), weil es eine ökonomische Skalierbarkeit gibt (das ist mir persönlich zu stark Lehre-zentriert), sondern wenn sie dem/der Lernenden(!) einen echten Mehrwert bieten. Es kommt also darauf an, ob ich als Lernender persönlich einen Vorteil darin sehe, digital unterstützt zu lernen, ortsunabhängig zu lernen (weil ich im z.B. im Café das Lehrbuch vergessen, dafür aber einen Laptop und eine Internetverbindung "dabei" habe), zeitunabhängig zu lernen (z.B. weil die Uni-Bibliothek nachts um drei nun mal nicht geöffnet hat). Je mehr Menschen darin einen Vorteil sehen (und so viele wie gemeinhin angenommen sind es gar nicht), DANN wird sich eine neue Kulturtechnik etablieren (schon gar nicht "durchsetzen", weil das Eine nicht per se besser ist als das Andere). Sonst eher nicht. Die Nutzenden(!) entscheiden das, eher nicht die sog. "Entscheider" in den Hochschulen.

Das Schlagwort oder die Fragestellung müsste demnach eigentlich nicht sein "Diese oder jene Lernform sei tot", sondern vielmehr: "Wie kann Digitalisierung zur Diversität von Lernformen beitragen?" oder "Wie kann Digitalisierung die Lernenden selbst ermächtigen, die für sie passende Lernform zu finden?" - Die "wirklich digitale Bildung", wie Sie sie im letzten Absatz nennen, ist meines Erachtens kein Selbstzweck an sich. Sie wird weder die "nicht-digitale Bildung" komplett ersetzen (es soll Studierende geben, die sogar noch gern in den Hörsaal gehen oder sich in Lerngruppen treffen, so ganz 90er-Style, d.h. "in real life"), noch wird sie qua Naturgesetz über uns hereinbrechen und alles hinwegfegen.

Ganz im Sinne der Evolution wird es eine große Vielfalt geben, hier und da auch ein paar Nischen der Existenz für vielleicht skurril anmutende Lernformen (90-minütiges "Vorlesen" z.B.), aber letztlich wird sich das durchsetzen, von dem sich der/die Lernende einen individuellen Vorteil verspricht. Das hängt sehr von den persönlichen Werten der Lernenden ab. Die Dampfmaschine und Eisenbahn haben die alten Pferdekutschen nicht abgelöst, weil sich Strukturen verändert haben, der Leitzins gesenkt wurde oder es große Förderprogramme dafür gab, sondern weil sie einen ganz konkreten Nutzen für die Anwender hatte. Die Strukturen haben sich erst durch die Umsetzung geändert. Sie sind auch meist das letzte, was sich ändert. ;-)

Für die Hochschulen strategisch heißt das meines Erachtens, eine Entscheidung zu treffen: Welche Angebote will ich für welche Lernformen vorhalten? Will ich als FH Lübeck tatsächlich mit den MOOCs der großen amerikanischen Unis mithalten? Welche Zielgruppe will ich ansprechen? Wie gut kenne ich meine Studierenden eigentlich? Begreife ich mich als Präsenzhochschule oder als "Fern-Uni Hagen"? Da gibt es m.E. kein Richtig und kein Falsch - und dementsprechend auch keine Wahrheiten über Grenzkosten. Das bleibt jeder Hochschule selbst überlassen, wieviel ihr welche Angebote für welche Lernformen im wahrsten Sinne des Wortes "Wert" sind.

Von daher würde ich bzgl. keiner Lernform von "gescheitert" sprechen. Die eBooks sind auch nicht "gescheitert", nur weil es noch Bücher in Papierformat gibt. :-)

Herzliche Grüße,

Peter England

P.S. Übrigens: eMails lassen sich auch an mehrere Empfänger verschicken. ;-) Das ist kein USP von whatsapp. Auch die "Asynchronität" von eMail und whatsapp ist kein Unterschied. Das ist kein "neuer Prozess der Kommunikation". ;-)

Andreas Wittke

Lieber Herr England,
zuerst einmal vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Mein Artikel sollte natürlich etwas provozieren und vor allem die Entscheider wachküssen. Ich lese aus ihrem Kommentar jedoch eher Zustimmung, da ich eigentlich nichts anderes geschrieben habe. Ich erwarte auch keine Disruption. Ich sehe eher eine neue Vielfalt, genauso wie Sie.

Liebe Grüße Andreas Wittke

Dominik Große Holtforth

Lieber Herr Wittke,

vielen Dank für Ihren mutigen und kritischen Beitrag. Sie haben völlig Recht - in den bestehenden Strukturen der Hochschulen, die ja zT noch aus dem Mittelalter stammen, kann die Digitalisierung nicht erfolgreich sein. Die Digitalisierung kann aber, wenn Sie subsidiär und nicht zentralistisch durchgeführt wird, akademische Freiheiten zurückbringen, die etwa im Bologna-Prozess unter die Räder gekommen sind. Hochschulverwaltungen und Ministerialbürokratien müssen offene Plattformen zur Verfügung stellen, die Wissenschaftler für den Austausch nutzen können. Beispiele wie ResearchGate zeigen die Möglichkeiten. Bei der Mittelvergabe für digitale Inhalte sollte ein offener und transparenter Wettbewerb um Exzellenz erfolgen.

Viele Grüße

Dominik Große Holtforth

Andreas Wittke

Lieber Herr Große,

vielen Dank für den Kommentar. Ob Digitalisierung subsidiär erfolgreich sein kann, ist ein spannender Gedanke. Vieles spricht dafür, da es inzwischen so mächtige Tools in der Cloud gibt, dass jeder Einzelne alle Freiheiten (Recherche, Produktion, Distribution, Marketing) hat um seine akademischen Freiheiten ausleben zu können. Allerdings zeigt uns GAFA das genaue Gegenteil, denn ein gutes digitales System, kostet wirklich ganz viel Geld und macht nur zentralistisch Sinn. In diesem Zwiespalt bewegen wir uns. Witzig ist dabei, dass gerade Research Gate (ich finde das System wirklich sehr gut) von Bill Gates unterstützt wird https://www.gruenderszene.de/allgemein/bill-gates-researchgate Das zeigt wiederum, dass StartUps es schaffen gute Systeme zu erschaffen, aber halt nicht die alten Systeme, die mit sich selbst beschäftigt sind.

 

Liebe Grüße

Andreas Wittke 

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