Ländercheck Informatik: Saarland und Sachsen sind Spitzenreiter

25.5.2018

Die Zahl der Studienanfänger(innen) im Bereich der Informatik steigt seit Jahren überdurchschnittlich an. Eine Entwicklung, der das wissenschaftliche Personal nicht gerecht wird: Nur jede zwanzigste Professur ist in der Informatik angesiedelt, viele Informatikstudierende kommen aus dem Ausland und der Frauenanteil ist gering. Das sind die Ergebnisse des Länderchecks Informatik vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung. Danach haben das Saarland und Sachsen am besten auf die steigende Nachfrage nach Informatik-Fachkräften reagiert und sich besonders positiv entwickelt. Beide Bundesländer belegen die ersten Plätze im aktuellen Ländervergleich.

Die Anzahl der Studienanfänger im Bereich der Informatik hat sich in den vergangenen fünf Jahren um 19 % auf 33.443 erhöht. Mittlerer Weile machen Informatiker 7,7 Prozent aller Studienanfänger aus – 2011 waren es noch 6,3 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Anteil, den die Informatik am wissenschaftlichen Personal ausmacht von 4,0 in 2011 auf 3,8 Prozent in 2016. Die Anzahl der Professuren im Bereich der Informatik stagniert seit Jahren - lediglich eine von zwanzig ist hier im Bereich der Informatik angesiedelt. 

„Die Anstrengungen der letzten fünf Jahre reichen bei Weitem nicht aus. Statt Stagnation brauchen wir mehr wissenschaftliches Personal und Bildungsangebote und vor allem müssen wir die Zahl der Absolventen in der Informatik weiter deutlich erhöhen“, fasst Volker Meyer-Guckel, stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes, die Ergebnisse des Länderchecks zusammen. „Informatik ist die neue Querschnittsdisziplin. Die Informatiklehre muss daher auch in andere Disziplinen von den Naturwissenschaften bis zu Medizin und Lehramt hineinreichen. Der Aufgabenzuwachs für die Fachbereiche der Informatik ist immens. Einige Bundesländer haben mittlerweile mit landesweiten IT-Hochschulinitiativen darauf reagiert, wir brauchen aber das Engagement aller Bundesländer.“

Der Unterschied zwischen den Bundesländern ist groß. Sachen und das Saarland haben in den letzten Jahren eine positive Entwicklung durchlaufen. Sie sind die Gewinner des Ländervergleichs und konnten das Bildungsangebot deutlich ausbauen und die Zahl der Studierenden und Absolventen erhöhen. Das Saarland hat mit 7,0 Prozent nach Bremen (7,2 Prozent) den höchsten Anteil an Informatikfachleuten unter dem wissenschaftlichen und künstlerischen Personal der Hochschulen. Sachsen hat sein wissenschaftliches Informatik-Personal deutlich verstärkt (+19, 8 Prozent seit 2011).

Auch Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern erzielen gute Ergebnisse. Die Schlussgruppe im aktuellen Ländervergleich bilden Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Thüringen. Hier machen die Studienbeginner(innen) und Absolventen in Informatik einen geringen Anteil unter allen Erstimmatrikulierten und Absolventen aus. Außerdem ist die Diversität unter den Studierenden gering. 

Bundesweit ist das Informatik-Studium nach wie vor männerdominiert. Hier hat sich das Bild in den letzten Jahren kaum verändert: Zwar ist der Frauenanteil sei 2011 in allen Bundesländern (bis auf Bremen -3 Prozentpunkte) gestiegen. Aber trotz der vielen Initiativen und Programme in Hochschulen sind nur 20 Prozent der Informatik-Studierenden weiblich. Dagegen ist der Anteil internationaler Studierender in den Informatik-Hörsälen überdurchschnittlich hoch.

Der Ländercheck Informatik untersucht, in welchem Umfang Hochschulen in den einzelnen Bundesländern Informatiker(innen) ausbilden, welche Bildungsangebote und wie viel Personal sie dafür zur Verfügung stellen. Darüber hinaus zeigt die Studie, wie es um die Diversität der Studierenden (Herkunft, Geschlecht) gestellt ist. Die gesamte Studie samt Deutschlandkarte mit den Ergebnissen der einzelnen Bundesländer finden Sie in der rechten Seitenspalte.