Hybride Lehre als Schlüssel zur (internationalen) Studierendengewinnung: Strategie & Umsetzung

28 Oct

Hybride Lehre als Schlüssel zur (internationalen) Studierendengewinnung: Strategie & Umsetzung

Wie kann hybride Lehre gezielt zur Internationalisierung beitragen? Wo liegt ihr strategisches Potenzial – und für wen ist sie tatsächlich sinnvoll?

Viele Hochschulen stehen vor der Herausforderung, internationale Studierende frühzeitig zu erreichen und langfristig an sich zu binden. Ein Lösungsansatz, der bisher wenig systematisch verfolgt wird, ist hybride Lehre – also Formate, in denen Teilnehmende vor Ort und online gemeinsam lernen. Doch wie tragfähig ist dieser Ansatz wirklich? Und unter welchen Bedingungen lohnt sich seine Umsetzung?

In diesem Workshop geht es darum, wie hybride Lehre als strategisches Instrument zur Internationalisierung eingesetzt werden kann. Das Internationale Studien- und Sprachenkolleg (ISSK) der Universität Mainz arbeitet seit über fünf Jahren mit einem solchen Format – nicht aus pandemiebedingter Notwendigkeit, sondern aus Überzeugung. Der hybride Sprachkurs richtet sich gezielt an internationale Studieninteressierte, die sich (noch) im Ausland befinden. Durch den frühzeitigen virtuellen Zugang zum Lehrangebot gelingt es, Studierende schon vor ihrer Einreise akademisch zu begleiten, sprachlich zu fördern und institutionell an die Universität zu binden. Für viele war genau dieses Angebot ausschlaggebend für die Entscheidung, ein Studium in Deutschland überhaupt aufzunehmen.

Wir möchten in diesem Workshop unsere Erfahrungen teilen, Herausforderungen offen benennen und Perspektiven aufzeigen – aus Sicht der Praxis, mit strategischem Blick:

  •       Was braucht es, damit hybride Lehre wirklich funktioniert?
  •       Welche Zielgruppen profitieren besonders?
  •       Wie kann ein solches Modell in andere Kontexte übertragen werden?

Zunächst stellen wir unser erprobtes Kurskonzept vor. Anschließend leiten wir konkrete Bedingungen für gelingende Hybridformate ab und diskutieren, welche strukturellen und strategischen Entscheidungen notwendig sind, um solche Formate tragfähig und wirkungsvoll zu gestalten – jenseits von Ad-hoc-Lösungen oder pandemischen Ausnahmesituationen.

Fragen, die im Workshop diskutiert werden sollen: 

  • Wen erreichen wir durch hybride Lehre – und welche Zielgruppen profitieren besonders von einem flexiblen, ortsunabhängigen Zugang zum Hochschulangebot?
  • Wie kann hybride Lehre gezielt zur Bindung internationaler Studieninteressierter beitragen – noch bevor sie einreisen oder sich immatrikulieren?
  • Welche infrastrukturellen, organisatorischen und didaktischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit hybride Formate nicht „second best“, sondern „strategisch wertvoll“ sind?
  • Wie lässt sich die Qualität der Interaktion und Teilhabe im hybriden Raum sicherstellen – insbesondere bei Sprachkursen und kommunikationsintensiven Formaten?
  • Welche hochschulstrategischen Chancen eröffnet hybride Lehre im Wettbewerb um internationale Talente – und wie kann sie dauerhaft verankert werden, ohne die Präsenzlehre zu schwächen?

Ablauf

  1. Begrüßung & Einführung ins Thema (HFD & Referent:innen)
  2. Gruppenarbeit: Analyse einer hybriden Lernsession aus der Praxis & didaktische Reflexion
  3. Input zu Technik & Rahmenbedingungen hybrider Lehre, ergänzende Anwendungsszenarien aus der Praxis mit anschließendem Austausch
  4. Gruppenarbeit: Herausforderungen für Lehrende & Leitungen mit anschließender Präsentation der Gruppenarbeit im Plenum & Diskussion zum Transfer
  5. Offenes Q&A mit den Referent:innen

Format und Umfang

Der Workshop findet online als Halbtagesveranstaltung von 9:00 bis 13:00 (inkl. Pausen) statt. Nach erfolgreicher Teilnahme stellt das HFD auf Wunsch ein Teilnahmezertifikat aus.

Referent:innen

Inga Thao My Bui ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Professions- und Schulforschung an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Mannheim. Zuvor war sie als wissenschaftliche Hilfskraft am ISSK Mainz maßgeblich an der Konzeption und Umsetzung des hybriden Kursformats beteiligt und begleitet seitdem dessen didaktische und strategische Weiterentwicklung.

Dr. Roman Halfmann ist Teamleiter für Deutsch als Fremdsprache am Internationalen Studien- und Sprachenkolleg (ISSK) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er ist Initiator und Entwickler des hybriden Vorkursmodells, das seit 2020 erfolgreich internationale Studieninteressierte bereits vor Studienbeginn ortsunabhängig erreicht, begleitet und in das universitäre Umfeld integriert.

Tina Basner FeU_HW_0327.jpg
Tina Basner
Projektmanagerin Hochschulforum Digitalisierung