Lerneinheiten 2 und 3 haben deutlich gemacht, dass für einen erfolgreichen Strategieprozess alle Statusgruppen miteinbezogen werden müssen. Dazu müssen passende Prozesse, Strukturen und Formate geschaffen werden. Die Einbindung der unterschiedlichen Akteur:innen endet aber nicht mit der Formulierung von strategischen Zielen (vgl. Lerneinheit 1). Vielmehr sind alle Statusgruppen in ihren jeweiligen Aufgabenbereichen und unterschiedlichen Autonomiegraden dafür verantwortlich, die Strategie als tatsächliche Transformation zu leben. Das strategische Narrativ bezüglich der Digitalisierung von Studium und Lehre muss zum Selbstverständnis der Hochschule auf allen Ebenen werden.
Damit insbesondere Lehrende die strategischen Ziele in ihrer Lehre realisieren (können), müssen von Seiten der Hochschule passende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Darüber hinaus sollte für die Weiterentwicklung der Lehre die Entwicklung von Lehr-/Lerninnovationen aktiv an der eigenen Hochschule gefördert werden. Gelingensfaktoren sind hier zum einen interne Anreizsysteme, die zur Identifikation mit der eigenen Digitalisierungsstrategie führen, sowie Freiräume, die das Ausprobieren verschiedener Formate ermöglichen. Die Faktoren Wertschätzung, Service (vgl. Lerneinheit 5) und finanzielle Förderung tragen hierbei eine besondere Rolle.
Im Video stellt zunächst Dr. Annabell Bils (FernUniversität in Hagen) die Ergebnisse einer Community Working Group zum Thema Innovationskultur vor, die innovationsfördernde Aspekte in ausgewählten Unternehmen mit erfolgreichen Innovationskulturen identifiziert und auf die Hochschule übertragen hat. Sie zeigt auf, wie dies mit der Schaffung von konkreten Anreizsystemen zusammenhängt. Daran anknüpfend gibt Prof. Dr. Heribert Nacken (ab Minute 16:12) einen Einblick in die gelebte Ermöglichungskultur an der RWTH Aachen. Er macht dabei deutlich, welche Rolle hierbei das strategisch verankerte Gegenstromprinzip spielt.