Tag 5: HFD Netzwerktreffen 2018 (Di, 25.09.18)

Foto: Kay Herschelmann/Stifterverband

Workshops, Pitches, Barcamps, Markt der Möglichkeiten - das Netzwerktreffen 2018 bot den ca. 300 Teilnehmenden vielfältige Möglichkeiten zum Kennenlernen, fächer- und hochschulübergreifenden Austausch sowie zur gemeinsamen Weiterentwicklung von Ideen. Während des gesamten Tages war die Dynamik des Netzwerks und das Commitment der einzelnen Mitglieder spürbar: Durchgängig wurde sich während der einzelnen Programmpunkte und Pausen ausgetauscht und diskutiert. Zudem zeigte sich das große Engagement der Community-Mitglieder in ihrer Bereitschaft, als Workshop- oder Barcampgebende zum Netzwerktreffen beizutragen.

Der Tag startete mit der Begrüßung des Geschäftsstellenleiters des Hochschulforums Digitalisierung, Oliver Janoschka, der über die zahlreichen Möglichkeiten zur Mitwirkung im HFD berichtete und neue Projekte wie das HFDcert oder die HFD Community Working Groups vorstellte. Im Anschluss richtete sich Prof. Dr. Joachim Metzner mit seinem Grußwort an die Teilnehmenden und informierte als Vorsitzender des Netzwerks für die Hochschullehre über die Entwicklung des Netzwerks und seine Mitgliederstruktur.

 

Begrüßung

Oliver Janoschka, Geschäftsstellenleiter des Hochschulforums Digitalisierung

Prof. Dr. Joachim Metzner, Vorsitzender des Netzwerks

 

Kurzvorstellung der Workshops

Durch den Tag im Allianz Forum in Berlin führte unser Kernteam-Mitglied Dr. habil. Malte Persike. Nach seiner kurzen Vorstellung der Workshops ging es für die Teilnehmenden direkt in die ersten Sessions. 

Workshop 1: Wie motiviere ich Lernende? Gamification & Motivational Design in Blended-Learning-Szenarien

Björn Lefers, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.

Basierend auf einer kurzen Einführung in wissenschaftliche Theorien und Modelle zu Motivation und Gamification stellte Björn Lefers Modelle vor, die digitale Startups nutzen, um Verhaltensänderungen von Nutzern herbeizuführen. Darauf folgte ein Überblick über die Lessons Learned und Best Practices bei der praktischen Umsetzung der Theorien und Modelle im Rahmen eines Blended-Learning-Studiengangs in Business Administration an der HWR Berlin. Im Anschluss wurde mit den Teilnehmenden zu Gamification diskutiert.

Workshop 2: Lerncommunities - welche Räume brauchen wir?

Ann-Kathrin Watolla, Technische Universität Hamburg

Dr. Tina Ladwig, Technische Universität Hamburg

Im Workshop wurden zunächst Einblicke in das bisherige Forschungsprojekt open.learning.spaces gegeben und gemeinsam mit den Teilnehmenden Gestaltungsoptionen für virtuelle und physische Lernräume und deren Zusammenspiel im Hinblick auf die Unterstützung von Lerngemeinschaften erarbeitet. Ziel des Workshops war es, Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Lernräumen für Communities an Hochschulen abzuleiten und entsprechende Einflussfaktoren auf die Umsetzungsmöglichkeiten dieser Lernräume zu identifizieren. Die Teilnehmenden nahmen hierzu zunächst ein Mapping zu Lernräumen an Hochschulen vor, um dann den Blick in die Zukunft zu richten: Wie könnten zukünftige Lernräume von Lerncommunities aussehen? Zum Abschluss erfolgte eine gemeinsame Machbarkeitsanalyse unter Berücksichtigung verschiedener Gesichtspunkte.

Workshop 3: Das Bündnis Freie Bildung - Forderungen für Freie Bildung (in der Hochschule)

Christian Friedrich, Wikimedia Deutschland, Berlin

Dr. Norbert Kleinefeld, elan e.V.

Dominik Theis, Wikimedia Deutschland, Berlin.

Zum Einstieg wurde das Bündnis Freie Bildung (BFB) Bündnis Freie Bildung (BFB) vorgestellt, das sich im Jahr 2014 formiert hat, um die Interessen verschiedener Akteure im Kontext Freier Bildung und Offener Unterrichtsmaterialien (OER) zu aggregieren und als politische Forderungen an Entscheiderinnen und Entscheider heranzutragen. Nach Verweis auf die BFB-Themenschwerpunkte konnten die Teilnehmenden Themen auswählen und die entsprechenden Positionen des BFB aus Hochschulperspektive diskutieren, kommentieren und erweitern. Die Arbeitsphase erfolgte in kleineren Teams, bevor die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert wurden.

Workshop 4: Das Zusammenspiel von Akteuren in Strategie und Support digitaler Hochschulbildung stärken

Prof. Dr. Antje Michel, Fachhochschule Potsdam

Dr. Martina Mauch, Fachhochschule Potsdam

Der Workshop setzte bei der Herausforderung einer Verzahnung der strategischen und operativen Ebene im Support digitaler Lehre an und richtete sich an Personen, die sich mit der Unterstützung, Beratung oder Weiterentwicklung der digitalen Lehre an der Hochschule befassen. Mit dem moderierte Erfahrungsaustausch sowie der im Workshop angeleiteten Gruppenarbeit wurde das Ziel verfolgt, die Workshopteilnehmenden dazu zu befähigen, bei Herausforderungen im Arbeitsalltag die organisationalen Stolpersteine zu identifizieren und Möglichkeiten für ein verbessertes Zusammenspiel von E-Learning Akteuren zu kennen.

Workshop 5: Gemeinsam für OER in Deutschland. Erfahrungen aus dem Projekt JOINTLY

PD Dr. Markus Deimann, Fachhochschule Lübeck

Annett Zobel, edu-sharing

Im Workshop wurde von den Erfahrungen aus dem BMBF-geförderten Projekt „JOINTLY - gemeinsam für OER“ berichtet, das eine Vernetzungsfunktion innerhalb der Förderlinie „Open Educational Resources – OERinfo“ einnimmt. Die Workshopgebenden zeigten zudem auf, wie eine produktive Arbeitsumgebung für synchrone und asynchrone Kollaboration aufgebaut wird – z.B. die gemeinsame Erstellung und Diskussion von Materialien für Schulungen und Trainings. Abschließend wurden Tipps und Tricks für eine effektive Vernetzung geteilt.

Workshop 6: From Zero 2 Hero: Einstieg in digitale Lehre über Fächergrenzen

Prof. Dr.-Ing. Heribert Nacken, RWTH Aachen

Dr. habil. Malte Persike, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Heribert Nacken und Malte Persike stellten in einem Impulsvortrag die im Aufbau befindliche Selbstlernplattform “From Zero 2 Hero” vor, die Lehrenden einen immersiven Einblick in die Entwicklung sowie den Einsatz moderner Lehr-/Lernformate im Hochschulbereich liefert. In der ersten Arbeitsphase in Kleingruppen wurden Pro- und Contra-Argumente gesammelt, die Lehrenden bei dem Vorhaben begegnen, digitale Lehr-/Lernformate in die Breite zu führen. In der zweiten Arbeitsphase trugen die Teilnehmenden Pro- und Contra-Argumente zum Einsatz konkreter Lehr-/Lernformate zusammen: Constructive Alignment, Open Educational Resources, Direktfeedback und Flipped Classroom bzw. Inverted Classroom Model.

Workshop 7: Digitalisierung von Übungs- und Prüfungsaufgaben als neue Chance für alte Item-Formate

Dr. Michael Striewe, paluno - The Ruhr Institute for Software Technology: Universität Duisburg-Essen

Der Workshop befasste sich mit den erweiterten Möglichkeiten bei der Aufgabenstellung mit klassischen Item-Formaten (Multiple Choice, Fill-In, usw.), die sich durch die Nutzung von modernen E-Assessment-Systemen ergeben können. In der Session wurden drei Kategorien von Chancen, die sich durch die Digitalisierung von Item-Pools ergeben, herausgearbeitet: technische, mediale und didaktische Chancen.

Workshop 8: Kulturwandel hin zu Offenheit an der Hochschule? Erfahrungsaustausch zu Awareness- und Support-Ansätzen unter den Vorzeichen von Openness am Beispiel des openLab als Nexus offener Praktiken im Umgang mit digitalen Medie

Tobias Steiner, Universitätskolleg DIGITAL, Universität Hamburg

Nach einer Vorstellung des integrativ-partizipativen Ansatzes des openLab als „Nexus“ zu Themen der Openness im universitären Kontext und einem kurzen Erfahrungsbericht zum Umgang mit sich stetig weiterentwickelnden Awareness- und Unterstützungsangeboten bot der Workshop Teilnehmenden Raum für einen regen Erfahrungsaustausch. Im Fokus stand hier das Thema Offenheit in der Hochschule. Es wurden zudem Beispiele zu Support- und Awareness-Szenarien besprochen sowie Herausforderungen und mögliche Strategien, die der oft kommunizierte „Kulturwandel“ als Change-Prozess im Kontext von Openness und Open Educational Practices im Hochschulkontext mit sich bringt.

Workshop 9: Einsatz digitaler Aufgaben in der Hochschullehre der Mathematik

Dr. Florian Heiderich, Universität Siegen

Zu Beginn wurden Potentiale und Herausforderungen beim Einsatz digitaler Aufgaben in der Hochschullehre der Mathematik aufgezeigt. Daran anschließend erfolgte ein Vergleich existierender Plattformen und die Vorstellung der Plattform WeBWorK, einer dazugehörigen Bibliothek von über 36.000 frei verfügbaren Aufgaben und Interfaces sowie der Einbettungsmöglichkeiten in andere Systeme.

 

Markt der Möglichkeiten

Insgesamt 15 Projekte präsentierten sich im Rahmen des Markts der Möglichkeiten und kamen über den Mittag mit anderen Community-Mitgliedern zu ihrer Arbeit, Fragestellungen und Erkenntnissen ins Gespräch.

 

Barcamp

Der Nachmittag stand unter dem Zeichen des Barcamps. Nach der Einladung von Malte Persike, Themen für die Sessions zu pitchen, reihten sich schnell viele Interessierte vor der Bühne auf, um nacheinander Ideen für die Barcamp-Sessions vorzustellen. In zwei Slots fanden so insgesamt 23 Sessions statt. Den Sessionplan finden Sie hier.

Die Dokumentation einzelner Barcamp-Sessions kann hier aufgerufen werden.

 

Grußwort

Ulrich Schüller, Leiter der Abteilung 4 „Wissenschaftssystem“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung

Bevor es in die Barcamps ging, adressierte Ulrich Schüller ein Grußwort an die Teilnehmenden des Netzwerktreffens. Er bedankte sich im Namen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für das Engagement der Community-Mitglieder - im Netzwerk und an ihren jeweiligen Hochschulen. Zudem skizzierte er Themen, mit denen sich das BMBF derzeit beschäftigt, und richtete den Blick auf zukünftige Projekte.

 

Fazit und Verabschiedung

Nach einem “intensiven Mitmach-Tag” verabschiedeten Prof. Dr. Joachim Metzner und Oliver Janoschka die Teilnehmenden und sprachen dabei vor allem ein großes Dankeschön an die Community-Mitglieder aus, die das Netzwerktreffen zu einem Tag vom Netzwerk fürs Netzwerk gemacht haben.

 

Open Beer

Gelegenheit zum Netzwerken und Austausch bei Bier und Buffet bot das „Open Beer“, das in dieser Form zum ersten Mal vom Hochschulforum durchgeführt wurde. In lockerer Atmosphäre und mit Blick auf das Brandenburger Tor konnten die Community-Mitglieder Kontakte knüpfen bzw. vertiefen und Erfahrungen austauschen. Im Rahmen des informellen Abendausklangs wurde zudem das HFD Community Certificate vorgestellt, das ab Dezember Hochschullehrenden und -mitarbeiter(inne)n eine unkomplizierte Nachweismöglichkeit für Aktivitäten und Kompetenzen im Bereich guter Lehre im digitalen Zeitalter bieten wird.

 

Eindrücke von der Veranstaltung

Fotos: Kay Herschelmann/Stifterverband