Digitalisierung kann die Auslandsmobilität deutscher Studierender erhöhen

Die Bereitschaft vorübergehend im Ausland zu studieren erhöht sich, wenn Studierende über digitale Angebote auch weiterhin an Kursen oder Prüfungen der heimischen Hochschule teilnehmen können. Vor allem aber wäre eine Datenbank nützlich, über die sich mobile Studierende informieren können, welche Kurse bei ihrer Rückkehr an ihrer Hochschule anerkannt werden. Das ergab eine Studie im Auftrag des Hochschulforums Digitalisierung. 

Berlin, 16. August 2016. Im Zuge der Globalisierung erhöhen Studierende mit internationalen Erfahrungen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Digitalisierung kann dabei helfen, die Auslandsmobilität der Studierenden zu fördern. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), die im Auftrag der Themengruppe „Internationalisierung und Marketingstrategien“ im Hochschulforum Digitalisierung durchgeführt wurde.

Danach waren insgesamt 29 Prozent der befragten Studierenden bereits im Ausland. 11 Prozent der Befragten planen in naher Zukunft einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt, 20 Prozent sind sich noch unsicher.

Eine große Erleichterung wäre die Möglichkeit, sich im Vorfeld erkundigen zu können, welche an der Gastuniversität erworbenen Leistungen in der Heimathochschule anerkannt werden. Für eine solche Datenbank plädieren 68 Prozent aller befragten Studierenden; vor allem jene, die bereits ihren Auslandsaufenthalt planen (84 Prozent) und jene, die sich noch nicht entschieden haben (84 Prozent). 

Neben dieser Auskunftsplattform wünschen sich viele Studierende (45 Prozent) während ihres Auslandsaufenthaltes die Teilnahme an Online-Prüfungen ihrer heimischen Hochschule. Diese Möglichkeit wäre auf jeden Fall eine Entscheidungshilfe sagen 59 Prozent derjenigen, die ins Ausland gehen wollen und 47 Prozent derjenigen, die sich noch nicht entschieden haben. Fast genau so wichtig ist ihnen während des Auslandsaufenthaltes über online-Formate an heimischen Lehrveranstaltungen teilzunehmen. www.hochschulforumdigitalisierung.de/mobilitaet

„Die Studie zeigt, wie groß die Potenziale digitaler Medien sind, um Studierenden internationale Erfahrungen und interkulturelle Kompetenzen näher zu bringen“, sagt Dorothea Rüland, Generalsekretärin des DAAD und Vorsitzende der Themengruppe Internationalisierung und Marketingstrategien. „Es ist wichtig, dass die Hochschulen ihr digitales Angebot erweitern und die Themen Internationalisierung und Digitalisierung strategisch zusammenführen.“ 

Das würde auch die Möglichkeiten jener, die nicht ins Ausland gehen, erweitern. Denn 40 Prozent der befragten Studierenden lehnen einen Auslandsaufenthalt während des Studiums ab. Die Gründe dafür sind vielfältig (Kosten, familiäre Hürden). Hier könnte der Einsatz digitaler Medien ebenfalls ein Gewinn sein. Das zeigt eine weitere Studie der Themengruppe. 

Durch den Einsatz digitaler Anwendungen, Kommunikations- und Kollaborationswerkzeuge in internationalen Hochschulkooperationen könnten Studierende „virtuelle Mobilität“ erfahren. Damit hätten auch Daheimgebliebene die Möglichkeit, an der eigenen Hochschule internationale Erfahrungen zu sammeln und ihre interkulturellen Kompetenzen zu erweitern. Die Studie zeigt Modelle solcher Kooperationsformen auf, vermerkt aber auch, dass das Potenzial von den Hochschulen bislang viel zu wenig ausgeschöpft wird. www.hochschulforumdigitalisierung.de/kooperationen

Die Themengruppe Internationalisierung und Marketingstrategien ist eine von sechs Themengruppen im Hochschulforum Digitalisierung. Die unabhängige nationale Plattform ist eine gemeinsame Initiative des Stifterverbandes mit dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung und der HRK Hochschulrektorenkonferenz. Im Hochschulforum diskutieren rund 70 Experten über die vielfältigen Einflüsse der Digitalisierung auf die Hochschulen und insbesondere auf die Hochschullehre. In insgesamt sechs Themengruppen erarbeiten sie handlungspraktische Lösungen und Empfehlungen zur Unterstützung der Hochschulen. 

 

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