Wettbewerb: Munich Bot Challenge

Hochschulforum Digitalisierung

Bots finden im Bildungsbereich, aber auch in vielen anderen Sektoren Anwendung - meist positiv, teils aber auch für die Verbreitung von Fake News und Hate Speech. Der Stifterverband und das Munich Center for Internet Research schreiben einen Wettbewerb aus, um die Entwicklung von automatischen Erkennungssystemen für Social Bots anzuregen. Bewerbungsschluss ist der 15. September 2017.

Bild: [https://unsplash.com/photos/w33-zg-dNL4 Rami Al-zayat]

Fake News, Hass und Häme: Sie werden im Internet immer öfter nicht von Menschen, sondern von Computerprogrammen verbreitet. Sie manipulieren Nutzer und verzerren politische Diskurse. Dagegen stellen sich der Stifterverband und das Munich Center for Internet Research der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Sie rufen Studierende, Programmierer und interessierte Laien auf, die sogenannten Social Bots im Netz sichtbar zu machen und eigene Bot-Erkennungssysteme zu entwickeln.

Social Bots sind Computerprogramme, die in sozialen Netzwerken vorgeben, echte Nutzer zu sein. Täuschend echte Botschaften werden automatisch erzeugt und verbreitet, um Diskurse zu beeinflussen. Die durch Maschinen manipulierte öffentliche Meinung ist spätestens seit der Präsidentschaftswahl in den USA ins allgemeine Bewusstsein gerückt. 15 Prozent aller Nutzerprofile sind nach wissenschaftlichen Studien Social Bots. Sie im Netz zu erkennen, ist nach wie vor eine große Herausforderung.

Hier setzt die Munich Bot Challenge an, initiiert vom Munich Center for Internet Research (MCIR) und Stifterverband. Für den Wettbewerb werden Teams von maximal vier Personen gesucht, die automatische Bot-Erkennungssysteme entwickeln.

Wer bei der Munich Bot Challenge mitmachen möchte, kann sich online anmelden. Die registrierten Teams erhalten eine Liste mit Twitter-Accounts öffentlicher Einrichtungen. Unter den Followern dieser Accounts gilt es nun, mit neu zu entwickelnden automatischen Erkennungssystemen die falschen Accounts, die Social Bots, zu identifizieren.

Die Konzepte können bis zum 15. September 2017 über die Online-Plattform der Munich Bot Challenge eingereicht werden. Eine Jury wird die besten Vorschläge auswählen. Das erstplatzierte Team erhält 10.000 Euro, das Team auf Platz zwei bekommt 5.000 Euro und das drittplatzierte Team 2.500 Euro. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden sichtbar gemacht und frei zugänglich zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus können sie in die Social-Bots-Forschung mit einfließen.

Neben dem Hauptwettbewerb werden im Rahmen der Munich Bot Challenge noch zwei Spezialpreise vergeben. Der Spezialpreis "Bot Detektiv" stellt ähnliche Anforderungen, richtet sich dabei aber an Schüler von der achten bis zur 13. Klasse. Der Spezialpreis "VideoBOTschaft" ist an Kommunikatoren, Videoartists, Webvideomacher, YouTuber und Laien aller Altersgruppen adressiert, die Webvideos zum Thema Social Bots produzieren.