Neue Überblicksstudie des Hochschulforums: 11 ausgewählte Fallbeispiele guter Praxis zur Digitalisierung im Lehramtsstudium

13.7.2018

Wie können angehende Lehrerinnen und Lehrer für den digitalen Wandel vorbereitet werden? Eine neue Überblicksstudie des Hochschulforums trägt Ideen zusammen.

Glühbirne11 Ideen für ein zeitgemäßes Lehramtsstudium. Bild: [https://unsplash.com/photos/fIq0tET6llw Diego PH]

Die jüngsten Ergebnisse der Publikation “Lehramtsstudium in der digitalen Welt” des Projektes “Monitor Lehrerbildung” zeigen, vor welchen Herausforderungen gerade das Lehramtsstudium in Deutschland in Zeiten digitalen Wandels steht. Ein zu geringer Verpflichtungsgrad sich inhaltlich sowie methodisch-didaktisch mit digitalen Medien zu befassen oder auch kaum Verbindlichkeiten digitale Medien für die spätere Unterrichtspraxis zu erproben, hemmen die Kompetenzentwicklung Lehramtsstudierender hinsichtlich Digitalisierung und Mediatisierung der Lern- und Lebenswelt. Dabei geht es für angehende Lehrkräfte nicht nur um den Erwerb eigener Medien- und Digitalkompetenz, sondern in ihrer Rolle als Wissensvermittler und Lernbegleiter auch darum, Schüler(inne)n Orientierung in der digitalisierten Welt zu geben sowie sie zu befähigen, digitale Medien gezielt für den eigenen Lernprozess einzusetzen.

Trotz dieser Erkenntnisse entstehen an lehramtsbildenden Hochschulen in Deutschland Beispiele guter Praxis, die diesen Herausforderungen aktiv begegnen. Mit dem Ziel erfolgreiche Modelle und Konzepte aufzuzeigen, wie sich Integration von Digital- und medienpädagogischer Kompetenz in das Lehramtsstudium bewährt hat, beauftragte die HFD Ad-hoc AG Lehrerbildung und Digitalisierung eine Überblicksstudie um ausgewählte Fallbeispiele in ihrem individuellen Hochschulkontext anhand von “Good-Practice-Kriterien” zu analysieren und somit Orientierung für vergleichbare Studienangebote bieten zu können. Erarbeitet wurde die Überblicksstudie durch die mmb Institut GmbH.

In Zusammenarbeit mit den Expertinnen und Experten der Ad-hoc AG Lehrerbildung und Digitalisierung wurden 11 Fallbeispiele guter Praxis analysiert und aufbereitet. Dabei wird deutlich, dass keines der vorgestellten Praxisbeispiele alle Good-Practice-Kriterien im besonderen Maße erfüllt aber vielmehr jedes Porträt Besonderheiten und hervorstechende Maßnahmen auszeichnet und daher eine mögliche Orientierung darstellt.   

So werden Digital-und medienpädagogischer Kompetenzerwerb zum einen mittels separaten Ergänzungsstudiengängen bzw. -fächern und zum anderen über einen Mix aus Pflicht-, Wahlpflicht oder reinen Wahlangeboten verankert bzw. angeboten. In der Lehre setzen alle vorgestellten Beispiele digitale Lehr-Lern-Medien ein wobei Qualität, Quantität und Zielverfolgung beim Einsatz teilweise deutlich variieren. Darüber hinaus sind diese abhängig vom Engagement der involvierten Lehrpersonen. Wahrzunehmen ist eine große Vielfalt der eingesetzten digitalen Medien sowie Praxisorientierung, die in einem simulierten Klassenraum gewährleistet wird. Auch im Hinblick auf die Phasenintegration können Besonderheiten ausgemacht werden, so dass beispielsweise Lehrer(innen) im Schuldienst digitale Medien in hochschulischen Labor-Klassen erproben können.

Mitglieder der Arbeitsgruppe waren Andreas Bergemann, Bianca Brinkmann, Dorothea Doerr, Bettina Jorzik, Prof. Dr. Silke Ladel, Prof. Dr. Katharina Scheiter, Jun.- Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs, Regina Schneider, Vincent Steinl, Prof. Dr. Isabell van Ackeren, Dr. Ekkehard Winter und Dr. Erich Streitenberger. Das Hochschulforum Digitalisierung dankt den Expertinnen und Experten für die Zusammenarbeit und fachliche Begleitung dieser Studie.