Newsletter HFDbriefing 07/2019: KI: Evolution, nicht Revolution / Mitgestalten: HFDcon 2019 / Zukunft im Blick: Europäische Universitäten

3.7.2019
HFDbriefing 07/2019: Der Newsletter des Hochschulforums Digitalisierung. Themen u.a. Künstliche Intelligenz, Europa, Studierende, HFDcon, Bologna Digital.
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Hochschulforum Digitalisierung
HFDbriefing 07/2019



Von:
Katharina Fischer & Sebastian Horndasch



Liebe Leserinnen und Leser,

erreicht diese E-Mail Sie im Urlaub? Wir wünschen es Ihnen! Bei uns im Hochschulforum sind wir von entspannter Sommerloch-Stimmung noch weit entfernt, dafür arbeiten wir noch an zu vielen Dingen. 

Passend zur Reisezeit und zu den Nachwehen der EU-Wahl richten wir unseren Blick auf Europa: Die EU-Kommission hat 17 Universitätsallianzen als Europäische Universitäten gekürt, davon 14 mit deutscher Beteiligung. Ein Blick auf die Einzelpläne zeigt: Da ist richtig viel in Bewegung. Ebenfalls in Bewegung: Der Bologna-Prozess, der 20 Jahre alt wird und an dessen Weiterentwicklung wir tatkräftig mitmischen.

Europa bewegt. Auch und gerade die Junged. Wir geben mit den Digitalen Changemakern Studierenden eine Stimme in der Diskussion rund den digitalen Wandel an Hochschulen. Nun suchen wir neue Menschen, die sich bei uns engagieren möchten. Mehr Infos? Die gibt's weiter unten.

Intern bereiten wir momentan mit Hochdruck unsere größte Einzelveranstaltung ever vor: Die HFDcon am 21. Oktober in Bonn. Wenn Sie mitgestalten wollen, ist jetzt der beste Augenblick - mehr dazu unten.

Und es gibt noch eine Möglichkeit, beim Hochschulforum aktiv dabei zu sein: Wir haben einen Aufruf für neue Communtiy Working Groups gestartet.

Feedback muss sein: Im letzten HFDbriefing hatten wir Sie um Rückmeldungen zum HFDbriefing gebeten. Die für uns gute Nachricht: 90 Prozent fanden den neuen Newsletter gut oder sehr gut. Die monatliche Erscheinungsweise begrüßen 95%. Wir haben viele inhaltliche Anregungen erhalten. Einige wünschten sich mehr Infos aus der Community. Und das setzen wir mit diesem Newsletter direkt um: Im Community Spotlight beantwortet ab jetzt jeden Monat ein Communitymitglied fünf Fragen. Den Anfang macht Professor Antje Michel von der FH Potsdam. Und auch eine weitere Anregung befindet sich in der Umsetzung: Es wurde der Wunsch nach mehr Beschäftigung mit Virtual und Augmented Reality gefordert. Im Juli beginnen wir im Blog dazu eine Artikelserie und ein neues Dossier. Stay tuned.

Einen weiteren Wunsch aus den Kommentaren erfüllen wir ab sofort: Manche bevorzugen eine Nur-Text-Variante. Ab jetzt gibt es diese, wenn Sie Ihr Mailprogramm entsprechend eingestellt haben.

Und bevor wir es vergessen: In unserer neuen Umfrage geht es um nichts weniger als die Zukunft des HFD. Wir diskutieren darüber, wie wir uns das Hochschulforum bis 2025 vorstellen können.Wir freuen uns schon auf Ihre Ideen! 

Wir wünschen Ihnen im Namen des gesamten HFD-Teams einen entspannten Start in den Juli. Bleiben Sie uns gewogen!


Katharina Fischer und Sebastian Horndasch




Was passiert in der Welt?



Große Pläne: Europäische Universitäten gekürt

Europa schreitet voran: Die EU-Kommission hat 17 internationale Hochschulallianzen zu Europäischen Universitäten gekürt. Gefördert werden die Universitäten in den nächsten Jahren mit insgesamt 85 Mio. Euro. Deutsche Hochschulen sind an 14 Verbünden beteiligt. Die Hochschulen werden allesamt ihre Zusammenarbeit verstärken und europäische Abschlüsse entwickeln. Wir haben uns die Projekte mit Blick auf unsere Themen angeschaut. Die folgenden fünf Beispiele sind nur ein kleiner Ausschnitt:
  • Die 4EU+ Alliance (u.a. mit der Uni Heidelberg) will übergreifende Data-Literacy-Kurse für alle Fachbereiche einführen.
  • UNA Europa (u.a. FU Berlin) legt einen gemeinsamen inhaltlichen Schwerpunkt auf Data Science und Künstliche Intelligenz. Außerdem sind die Hochschulen (mit vielen, vielen anderen) bei OpenU dabei, einer in der Entwicklung befindlichen länderübergreifenden Onlineplattform.
  • CIVICA (u.a. Hertie School of Governance) setzt unter anderem einen Schwerpunkt auf “Data Driven Technologies for the Social Sciences”
  • Die ECIU (u.a. TU Hamburg) schlägt gleich ein ganz neues Studienmodell vor: Weg vom Fokus aufs Studienfeld und hin zu herausforderungsbasierten Studiengängen.
  • Die European Digital UniverCity (u.a. Uni Potsdam) verrät nur wenige Details. Ziel sei die “Schaffung eines gemeinsamen Raums, in dem Studierende, Lehrende und Verwaltungspersonal [...] zusammenarbeiten können.



20 Jahre Bologna-Prozess

Auch wir waren in Sachen Europa nicht untätig: Florian Rampelt hat für uns an der Konferenz zum 20-jährigen Jubiläum vom Bologna-Prozess teilgenommen, unter anderem auf einem Podium zum Thema “The Social Dimensions of Higher Education”. 

In der historischen Altstadt von Bologna kamen knapp 1000 Teilnehmende zusammen, um unter dem Leitthema “Bologna Process Beyond 2020: Fundamental Values of the EHEA” nicht nur die vergangenen 20 Jahre zu reflektieren, sondern vor allem auch eine gemeinsame, europäische Zukunft der Hochschulbildung zu skizzieren.

Wir haben übrigens im vergangenen Monat ein White Paper zu Bologna Digital veröffentlicht. Schauen Sie mal rein!

Bild: Florian Rampelt




Was, die gab’s nicht schon immer? 50 Jahre FHs.

Und noch ein Jubiläum wurde gefeiert: 50 Jahre gibt es nun Fachhochschulen bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Das feierten etwa 100 Hochschulleitungen in Lübeck, einem der ersten FH-Standorte überhaupt in Deutschland. Es wurde auch (wissenschafts-)politisch: Mit dem Lübecker Manifest beschlossen die Anwesenden sechs Kernforderungen. Hierbei ging es wenig überraschend um mehr Mittel für Lehre, Internationalisierung und Forschung, aber auch um ein eigenständiges Promotionsrecht sowie strukturierte Karrierewege.




Studierende: Bereit für die Zukunft?

Dass wir eine zukunftsfähigere Lehre (und entsprechende Lehrinhalte!) brauchen, zeigt sich mal wieder an einer Umfrage, die im Juni die Runde gemacht hat: Studis fühlen sich nicht ausreichend auf den digitalen Wandel vorbereitet. Ein Personaldienstleister hatte in einer Umfrage herausgefunden, dass sich nur 45 Prozent der Studierenden in Deutschland gut auf die digitalen Anforderungen ihrer zukünftigen beruflichen Tätigkeit vorbereitet sähen. Wenig überraschend schnitten technische Fächer weit besser ab als beispielsweise Sozial- und Kulturwissenschaften.

Apropos Studierende: Das Deutsche Studentenwerk hat einen Plakatwettbewerb zur Hochschule im Jahr 2050 durchgeführt und nun die Gewinner*innen gekürt. Und wie so häufig gilt: Science Fiction sagt mehr übers Jetzt aus als über die Zukunft: Themen sind unter anderem Virtual-Reality-Brillen (siehe Bild), Wifi, Weltraumunis und Aliens. Optisch ist das ansprechend, inhaltlich wenig visionär. Allenfalls der ebenfalls thematisierte Klimawandel wird uns auch 2050 aller Voraussicht nach noch beschäftigen. Leider. Etwas visionärer geht es übrigens bei unseren Digitalen Changemakern zu ;-).

Bild: Klara Kapprell / Deutsches Studentenwerk






Umfrage

Das Hochschulforum wird aktuell bis Ende nächsten Jahres gefördert. Wir sind überzeugt, dass es auch nach 2020 mit dem HFD weitergehen sollte.

Aber was denken Sie? Und welche Dinge sollten wir vielleicht neu oder anders machen? Wir sind gepannt auf Ihre Vorschläge und freuen uns über Ihre Ideen.


Ergebnisse der letzten Umfrage: Wie bewerten Sie den neuen Newsletter?




Neues aus dem HFD



HFDcon - gestalten Sie mit!

Trotz sommerlicher Temperaturen denken wir dieser Tage viel an den 21. Oktober. Denn dann findet die HFDcon (ehemals Netzwerktreffen) statt. Um das Motto “von der Community für die Community” mit Leben zu füllen, sind jetzt Sie gefragt. Bei unserem Call for Participation ist für jede*n etwas dabei - ob Workshop, Poster, Barcamp-Session oder Science Slam unter dem Motto “My Worst Teaching Experience”. 

Tragen Sie dazu bei, den Spirit der Community auf der HFDcon erlebbar zu machen - und zwar, indem Sie uns bis zum 18. August ihre Vorschläge schicken! Eine Ausnahme sind natürlich Barcamp-Sessions, für die selbstverständlich keine Anmeldung notwendig ist. Thematisch sind wir offen: Datensicherheit im Zusammenspiel mit innovativer Lehre ist nur ein Fokuspunkt der HFDcon 2019. Auch Beiträge zu anderen Themen rund um das digitale Lehren und Lernen sind sehr willkommen. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge!

Noch nicht zur HFDcon angemeldet? Das lässt sich schnell und kostenlos ändern. Und zwar hier.

Falls Sie ihr Kollegium für die HFDcon begeistern möchten, senden wir Ihnen gerne Flyer und A3-Plakate zu. Eine kurze Email genügt.





Call for Students 2019/20 – Wir suchen die nächsten Digitalen Changemaker. Bitte weitersagen!

Wir sind große Fans der Arbeit unserer Digitalen Changemaker. Deshalb haben wir uns entschieden, eine zweite Runde unserer studentischen Arbeitsgruppe zu organisieren. Und hierfür suchen wir engagierte Studierende, die ihre Ideen, Meinungen, Visionen einbringen wollen.

Wir wissen selbst, dass nur wenige Studierende unseren Newsletter lesen. Aber wenn Sie mit Studis arbeiten, haben wir eine ganz große Bitte an Sie: Tragen Sie unseren Aufruf an Studierende heran. Die Bewerbungsdeadline ist der 31. August. Mehr Infos hier.



Noch mehr Mitmachmöglichkeiten - Call for Community Working Groups

Ein Weg, sich auch außerhalb der HFDcon im Hochschulforum Digitalisierung zu engagieren, sind die Community Working Groups. Brennt Ihnen eine Frage im Themenfeld der digitalen Hochschulbildung unter den Nägeln? Haben Sie Lust, diese im Team zu bearbeiten und die Ergebnisse ihren Peers zur Verfügung zu stellen? Nach dem Premierenjahrgang 2018 fördert das HFD erneut kleine Teams und unterstützt durch Vernetzung, Feedback, inhaltliche Begleitung, Themenpat*innen und Tagungsräume in Berlin.  Alle Informationen gibt es im aktuellen Call for Community Working Groups. Bis 15. August können Sie sich berwerben.



Lecker: Künstliche Intelligenz zum Frühstück

Künstliche Intelligenz ist Evolution und keine Revolution - so das Fazit unserer neuen Veranstaltungsreihe bildung@breakfast, die wir mit unseren Brüdern und Schwestern im Geiste (und beinahe auch im Namen) vom Forum Bildung Digitalisierung gestartet haben. Die Pilotausgabe stand unter der Leitfrage Wie viel Künstliche Intelligenz verträgt die Bildung? Bereits um halb neun morgens trafen sich dafür gut vierzig Gäste im Allianz Forum. 

Zunächst referierte Ute Schmid (Universität Bamberg) über KI in der Schule - Cognitive Enhancement statt Digitale Verdummung. Sie stellte fest, dass Lehrkräfte auf keinen Fall durch Künstliche Intelligenzen zu ersetzen seien. Gleichzeitig sieht sie enormes Potenzial z.B. in der unendlichen Geduld von KI, z.B. beim Erklären von Matheaufgaben. Nach ihr übernahm Jan Renz vom Hasso-Plattner-Institut das Wort. Unter dem Titel KI in Schule und Hochschule - Zwischen Vision und Wirklichkeit nahm er einen Reality Check hinsichtlich des KI-Einsatzes an deutschen (Hoch-)schulen vor. KI sei keine Revolution sondern eine Evolution, die klarer Spielregeln z.B. hinsichtlich Datenschutz und Ethik bedürfe. Am Rande gestand er, sich im internationalen Vergleich oft zu fühlen, als käme er in Sachen Digitalisierung aus einem Entwicklungsland. 

Deutschlandfunk Campus & Karriere hat im Anschluss an das Bildungsfrühstück mit Ute Schmid gesprochen. Hier gibt es das Interview zum Nachhören.




Data Literacy - bitte kein Datenanalphabetismus bis zum Studium

Viele deutsche Hochschulen widmen sich mit wachsender Intensität der Vermittlung von Data Literacy. Aber wie sieht es an unseren Schulen aus? Andreas Grillenberger und Ralf Romeike von der Freien Universität Berlin haben den aktuellen Stand der Data-Literacy-Vermittlung in der Lehrkräftebildung untersucht. SPOILER ALERT: da ist noch Luft nach oben für die Datenliteraten von morgen. Andreas Grillenberger hat die Ergebnisse für uns im Blog zusammengefasst. Wer es ganz genau wissen will, kann das gesamte Papier hier lesen.



Save the Date: Internationale Strategiekonferenz am 9./10. Dezember in Berlin

Wir veranstalten am 9. und 10. Dezember unsere große Strategiekonferenz in Berlin. Weitere Infos folgen - aber markieren Sie sich den Termin am besten schon einmal in Ihrem Kalender!






Community Spotlight



Fünf Fragen an Antje Michel

Antje Michel ist Professorin für Informationsdidaktik und Wissenstransfer (FH Potsdam). Sie war Mitglied in der Ad-Hoc-Arbeitsgruppe Curriculum 4.0. Zudem ist sie als Expertin bei der Peer-to-Peer-Beratung des HFD dabei. Sie twittert unter @EjtnaMic.

Was hat Sie zuletzt begeistert? Mich begeistert, dass seit bereits mehr als 40 Wochen die derzeitige Schüler*innen- und Studierendengeneration zunehmend Verantwortung für die Zukunft unseres Planeten übernimmt v.a. und von uns Älteren fordert. Dabei freut mich auch, wie kompetent und selbstverständlich die Angehörigen der Bewegung die Möglichkeiten der digitalen Information, Kommunikation und Vernetzung für die Realisierung „organischer“ Anliegen nutzen. Täglich bieten sich dadurch unzählige Impulse für digital-analog integriertes projektorientiertes Lehren und Lernen in Schule und Hochschule. Es ist an uns, sie zu ergreifen und das Anliegen, Gesellschaft gestalten zu lernen zu unterstützen. 

Welches Problem treibt Sie um? Als Lehrende beschäftigt mich im Moment die Frage, wie ich Inverted Classroom-Mikromodule didaktisch so in die Lehre integrieren kann, dass ich auch die Studierenden abhole, die bisher wenig Eigenmotivation und Selbststeuerung im Lernprozess zeigen. – Über hilfreiche Tipps aus der Community freue ich mich! 

Was lässt sich sofort und ohne viel Geld umsetzen? Mediale Vielfalt, die zu unserem Alltag gehört und deren reflektierte Nutzung & kritische Beurteilung wir somit in der Lehre fördern sollten, lässt sich durch zahlreiche online verfügbare freie Bildungsmaterialien relativ einfach in die Lehre integrieren.

Am Ball bleiben: Wen oder was sollte man abonnieren? Dies ist nicht gerade ein Geheimtipp aber der Blog von Jan-Martin Wiarda sowie sein Twitter-Account (@JMWiarda) bieten eine geistreiche und scharfsichtige Exegese der Wissenschafts- und Bildungspolitik mit einem Herz für die Hochschulbildung im digitalen Zeitalter.

Visualisieren Sie Ihre letzte Arbeitswoche in Emoticons!
Montag: (,,,)---=^.^=---(,,,)\(^_^)/
Dienstag: (,,,)---=^.^=---(,,,)(^_^)
Mittwoch: (,,,)---=^.^=---(,,,)(-.-)
Donnerstag: (,,,)---=^.^=---(,,,)\(*-*)/
Freitag: (,,,)---=^.^=---(,,,)\(*-*)/
Samstag: (,,,)---=^.^=---(,,,)(+.+)
Sonntag: (,,,)---=^.^=---(,,,)\,,/(-_-)\,,/







Tweet des Monats

So haben wir früher telefoniert. Können sich Jugendliche gar nicht mehr vorstellen.



Peter Breuer (@peterbreuer)



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Geschäftsstelle Hochschulforum Digitalisierung beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.
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Oliver Janoschka · Tel: (030) 32 29 82- 516 · E-Mail: oliver.janoschka@stifterverband.de

Das Hochschulforum Digitalisierung ist ein gemeinsames Projekt des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, des CHE Centrums für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz.
Förderer ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

www.hochschulforumdigitalisierung.de

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