Neue Universität Nürnberg: Wie wird die Hochschule im Jahr 2030 aussehen?

Hochschulforum Digitalisierung

Im Mai 2017 verkündete der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, dass Nürnberg eine eigene Universität bekommen sollte. Nun hat der Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) eine Strukturkommission eingesetzt, die ein Konzept erarbeiten und einen Förderantrag schreiben soll. Mit dem geplanten Betrieb der Universität ab 2028 stellt sich ganz konkret die Frage: wie wird die Hochschule in gut zehn Jahren aussehen? Kommissionsmitglied Jürgen Handke bittet in seinem Blog "Die Hochschule 2030" um Input.

Wie wird die Universität in Nürnberg aussehen? Bild: [https://unsplash.com/photos/f0BcqYl_5NY Zoltan Kovacs]

Ganz ohne Universität ist die Stadt Nürnberg nicht: die renommierte Friedrich-Alexander-Universität verteilt sich auf Erlangen und Nürnberg, wobei Erlangen der größere und beliebtere Standort ist. Die neue Universität könnte Spaenles Vorstellungen nach einen technischen Schwerpunkt setzen und interdisziplinär aufgestellt sein. Mit den 5000 bis 6000 neu entstehenden Studienplätzen soll die Wissenschaftsregion Erlangen-Nürnberg weiter gestärkt werden. Anfang der Woche wurde die Strukturkommission vorgestellt, die unter dem Vorsitz des Präsidenten der TU München, Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann, ein entsprechendes Konzept erarbeiten soll. Der Kommission gehören insgesamt 15 Personen an, die aus unterschiedlichen Fachdisziplinen stammen und nationale und internationale Anerkennung genießen. Anfang Oktober soll die Kommission mit ihrer Arbeit beginnen. Zunächst wird die Neukonzeption von der Staatsregierung genehmigt, bevor sie schon im Sommer 2018 dem Wissenschaftsrat in Köln vorgelegt werden soll. Wie der Bayerische Rundfunk schreibt, ist eine Zustimmung des Wissenschaftsrats rechtlich nicht verpflichtend, jedoch eine anerkannte Qualitätsprüfung in der deutschen Wissenschaftsgemeinschaft und förderlich für die Attraktivität einer Universität. Der Lehrbetrieb soll dann spätestens im Jahr 2028 starten. 

Prof. Dr. Jürgen Handke von der Universität Marburg ist unter anderem in der Kommission dabei. Mehrfach wurde er für exzellente Lehre ausgezeichnet und fungierte im Hochschulforum Digitalisierung als Mitglied der Themengruppe Innovationen in Lehr- und Prüfungsszenarien. Digitales Lehren und Lernen soll auch Handkes Aufgabenbereich in der Kommission sein. Gerade eine Neugründung könnte als Blaupause dafür dienen, wie die Universität in Zukunft aussehen wird. Welche Lehr- und Lerntechnologien werden eingesetzt? Wie sehen die Lernräume und Lehrkonzepte aus? Welche digitalen Materialien könnten eingesetzt werden und welche Rolle spielen Netzwerke und soziale Plattformen?

Für diese Fragen hat Handke einen Blog namens "Die Hochschule 2030" eingerichtet und lädt alle Interessierten ein, in seinem Blog ihre Meinung zu hinterlassen und die aufgeworfenen Themen zu diskutieren.