Neues Arbeitspapier des HFD: Entwicklungen und Empfehlungen zur Anrechnung digitaler Lehrformate

29.6.2018

Die Zahl an digitalen Bildungsangeboten außerhochschulischer Provider wächst stetig und immer mehr Studierende kommen mit Vorkenntnissen, die sie über digitale Formate erlernt haben, an die Hochschulen. Können diese Kenntnisse auf ein Hochschulstudium angerechnet werden? Mit dieser Fragestellung hat sich die Ad-hoc-AG „Anerkennung und Anrechnung digitaler Lehrformate“ zwischen Juli 2017 und Juni 2018 beschäftigt.

ArbeitspapierArbeitspapier zur Anrechnung digitaler Lehrformate

Das nun veröffentlichte Empfehlungspapier der Arbeitsgruppe richtet sich gleichermaßen an Hochschulen und externe Bildungsanbieter und formuliert Empfehlungen zur Beurteilung der Qualität und des Niveaus externer Angebote und damit der Vereinfachung der Anrechnung hierdurch erworbener Lernergebnisse auf ein Hochschulstudium.

Dabei wird deutlich, dass Anrechnungsverfahren zunächst einmal unabhängig von der Frage, ob die anzurechnenden Kompetenzen über digitale oder andere Wege erworben wurden, betrachtet werden müssen. Gleichzeitig erhöht die Digitalisierung und die damit erhöhte Verfügbarkeit digitaler Informationen die Dringlichkeit für die Hochschulen, sich mit dem Thema „Anrechnung“ strategisch auseinanderzusetzen.

Gleichzeitig bietet die Digitalisierung neue technische Möglichkeiten zur Ausstellung und Prüfung digitaler Bildungsnachweise – worauf das Papier in einem Exkurs zu Open Badges und Blockchain-Technologie eingeht.

Mitglieder der Arbeitsgruppe waren Prof. Dr. Ulrich Bartosch, Dr. Olaf Bartz, Prof. Dr. Ilona Buchem, Markus Faller, Prof. Dr. Kerstin Fink, Dr. Walburga Freitag, Dr. Ernst-Andreas Hartmann, Doris Herrmann, Dr. Michael Lehmann, Prof. Dr. Frank Linde und Florian Rampelt. Betreut wurde die Arbeitsgruppe durch Martin Rademacher, Viet-Chi Pham und Anja-Lisa Schroll von der HRK-Geschäftsstelle.

Zum Thema „Anrechnung digitaler Lehrformate“ hat die Arbeitsgruppe am 20. November 2017 eine Anhörung in Berlin durchgeführt. Als Experten haben Prof. Dr. Mechthild Dreyer, Herman de Leeuw, Alexander Schulz und Andreia Inamorato dos Santos teilgenommen.

Auf Grundlage dieser Anhörung sowie der Diskussion auf insgesamt vier Sitzungen hat die Arbeitsgruppe den nun veröffentlichten Bericht eigenverantwortlich erstellt. Das Hochschulforum Digitalisierung dankt allen Beteiligten für ihre Beiträge. Ein besonderer Dank gilt Frau Prof. Dr. Ilona Buchem, Frau Prof. Dr. Kerstin Fink, Frau Doris Herrmann sowie Herrn Prof. Dr. Ulrich Bartosch für ihre Zuarbeit zu diesem Bericht.

Die Relevanz der Anrechnungsthematik im Kontext der Digitalisierung wird auch von einem weiteren, frisch veröffentlichten Papier des Hochschulforums in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung, Kiron Open Higher Education, CHE Consult und dem Stifterverband deutlich, welches zahlreiche gute Praxisbeispiele skizziert und das Sie hier finden können.