Zweites Treffen der Zukunfts-AG #DigitaleChangeMaker in München - Ideen auf die Strecke bringen

 

Was haben wir schon erreicht? Welche Erwartungen haben wir an uns selbst und wie können wir diese erfüllen? Wie geht es nach dem ersten Jahr DigitaleChangeMaker weiter? Diesen und anderen Fragen haben wir uns vom 7. bis 8. Dezember 2018 bei unserem zweiten Treffen in München gewidmet.

 

Die Changemaker in einer Arbeitsphase Die Changemaker in einer Arbeitsphase

 

Was bisher geschah 

Seit dem Kick-Off im September in Berlin ist viel passiert. Mehrere Changemaker haben für das HFD Beiträge verfasst: Neben dem Bericht zu unserem Auftakttreffen in Berlin gab es einen Kommentar zum von Jan-Martin Wiarda geforderten Digitalpakt Hochschule und einen Beitrag zur Bits & Bäume Konferenz an der TU Berlin. Daneben wurden deutschlandweit studentische Podcast-Teams gesucht - und gefunden! Zwei Teams konnten sich durchsetzen. Eines der Teams, bestehend aus vier Studierenden aus Köln, die den Podcast “Campus Reloaded” gestalten werden, sind auch direkt zu unserem Treffen in München dazugekommen. Weiterhin haben zwei von uns an der Peer-to-Peer-Delegationsreise in die Niederlande teilgenommen. Auch im Jahr 2019 wird es spannende Anlässe geben, bei denen die Changemaker Impulse setzen werden: Auf der Konferenz “Zukunft Lernwelt Hochschule”, im Rahmen einer von uns mitorganisierten Studierendentagung in Göttingen und auf dem World Congress on Undergraduate Research in Oldenburg. Dort werden wir die Ergebnisse der von uns durchgeführten Studierendenbefragung zum Themenkomplex der Digitalisierung an deutschen Hochschulen vorstellen.

 

Studierendenbeteiligung 

Wir starteten in München am Freitag also damit, über die institutionellen Beteiligungsmöglichkeiten von Studierenden zu sprechen. An welche Stelle kann sich ein*e Studierende*r wenden, wenn er*sie an der Hochschule etwas bewirken will? Welche Strukturen sind vorhanden? Und wer entscheidet über studentische Vorschläge? Gibt es Arbeitsgruppen zur Digitalisierung und wenn ja, welche? Schnell fällt auf: Überall ist es anders, aber einige Gemeinsamkeiten gibt es doch. Leider beziehen sich diese häufig auf Hindernisse, die an Hochschulen existieren und studentische Initiativen einschränken. Häufig finden Absprachen zur Weiterentwicklung von Studium und Lehre nur im informellen Rahmen statt. Ebenso kann es schwierig sein, qualitativ hochwertiges Feedback zu bekommen und an die richtigen Mitwirkenden zu gelangen. Ein großes Problem kann auch die geringe Kontinuität von Studierenden in Gremien sein. Diese erste Auseinandersetzung war sehr bereichernd. Wir fragten uns auch, wie man in der Hochschulöffentlichkeit mehr auf studentische Initiativen und Möglichkeiten hinweisen kann und fanden einige Ansätze, die für die geplante studentische Befragung wichtig werden könnten.

 

Vortrag zum Umgang von Studierenden mit digitalen Tools Vortrag zum Umgang von Studierenden mit digitalen Tools

 

Julius-David Friedrich vom CHE zeigte uns mit Hilfe der Auswertung von Studierendenbefragungen, welche Besonderheiten es beim Lernen mit digitalen Medien zu beachten gibt und regte uns mit vier provokanten Thesen zur Diskussion an. Die wichtigste Erkenntnis ist wohl, dass man keine allgemeinen Aussagen treffen kann, da sich das Verhalten mit und die Nutzung von digitalen Werkzeugen von Fach zu Fach, Hochschule zu Hochschule sowie innerhalb der gleichen Studierendenschaft stark unterscheiden kann.

 

Hackathon 

Nach dieser Diskussion machten wir uns auf den Weg zu einem Hackathon von Study Smarter in den Gebäuden von Google München, bei dem Lösungen für die Zukunft der Hochschulbildung gefunden werden sollten. Die Präsentationen der durch die Studierenden tagsüber entwickelten Prototypen fand in mehreren Runden statt. Das Gewinnerteam glänzte mit der Idee, eine Datenbank von StudySmarter mit dem Google Assistant zu verbinden, sodass Abfragen in Karteikartenform möglich sind. In den insgesamt vier Stunden wurden viele interessante Projektideen und -lösungen vorgestellt. Für uns war besonders ermutigend zu sehen, dass es viele Studierenden mit tollen Ideen und der Motivation gibt, Digitalisierung in den Hochschul- und Studienalltag zu integrieren.

 

Preisverleihung auf dem Hackathon Preisverleihung auf dem Hackathon

 

Wofür Digitalisierung? 

Am Samstag fuhren wir zusammen auf den Campus der TUM in Garching. Wir wurden den gesamten Tag vom Team des “Campus Reloaded”-Podcasts begleitet und unterstützt. Das Podcast-Team stellte sich und ihre Ideen vor. Der Podcast legt seinen Fokus auf die studentische Lebenswelt und wird in 10 Episoden auf verschiedene Aspekte der Digitalisierung eingehen. Vormittags durften wir außerdem Helena Schulte to Bühne vom BMBF und Hans Pongratz als CIO von der TUM begrüßen. Helena Schulte to Bühne erklärte uns, wie sich das BMBF mit digitaler Hochschulbildung befasst. Aus Sicht des BMBF sollen digitale Kompetenzen bei Studierenden und Lehrenden gestärkt werden, alles im Kontext der Weiterentwicklung guter Lehre. Für die digitale Hochschulbildung gibt es zur Zeit vier zentrale Handlungsfelder des BMBF: Vernetzung der Hochschulen, Forschung zur digitalen Hochschulbildung mit vier Förderlinien, Qualitätspakt Lehre und der Wettbewerb Offene Hochschulen. Danach gab uns Hans Pongratz Input zur Frage, was Hochschulen bezüglich der Digitalisierung von Studierenden erwarten. Ein einprägsamer Satz dabei war, dass “Digitalisieren der Digitalisierung wegen, [...] Quatsch” ist, denn ohne Nutzer*innen bringt das nichts. Deshalb sollte der konstruktive Diskurs zwischen allen Beteiligten gefordert und gefördert werden. Alexa und Jan konnten uns in ihrer kurzen Zusammenfassung der Peer-to-Peer Delegationsreise in die Niederlande zeigen, welche Ideen, Technologien, aber auch Probleme an niederländischen Hochschulen durch und für die Digitalisierung entstanden sind.

 

Das Podcastteam stellt sich vor Das Podcastteam stellt sich vor

 

Traumreise Digitale Hochschule 

Anschließend folgte der Programmpunkt, der uns schon besonders neugierig gemacht hatte: eine Traumreise in die digitale Zukunft des Studiums. Dabei leitete Philipp uns an, uns mit unseren eigenen Erfahrungen mit der Digitalisierung im Studium zu beschäftigen. Wir begannen mit der Zeit der Studiums- und Wohnungssuche, über die ersten Monate und Semester hinweg, bis wir schließlich zum heutigen Punkt von jedem Einzelnen gelangten. Wir gruppierten das Studium in zwölf Bereiche und überlegten, welche universitätsinternen und alternativen Tools wir jeweils nutzen. Mithilfe unserer Informationen werden Alexa, Elisa, Eva, Jan und Philipp eine deutschlandweite Umfrage Studierender zu ihren (digitalen) Bedürfnissen durchführen und die Ergebnisse unter anderem voraussichtlich bei der re:publica im Mai vorstellen.

 

Eine Traumreise in die Digitale HochschuleEine Traumreise in die Digitale Hochschule

 

Wie es weitergeht  

Mit welchen Themen und Zielen wir uns bis zum nächsten Treffen im März in Lüneburg beschäftigen, besprachen wir zuletzt und merkten dabei wieder: Es gibt viel zu tun! Die Kleingruppen hatten die folgenden Themen: Dezentrale/regionale studentische Changemaker-Strukturen, Veröffentlichungen, die langfristige Zukunft der DigitalenChangeMaker, eine Petition Digitalpakt Hochschule (folgend auf den Digitalpakt Schule) und das Projekt Barrierefreiheit. Auch an diesem Wochenende waren der nicht enden wollende Tatendrang und die Ideenvielfalt der Gruppe enorm. In kurzer Zeit konnten wir einiges erreichen und sind ein gutes Team geworden, bei dem dies keine Abkürzung für “Toll ein anderer macht’s!” ist, sondern alle an einem Strang ziehen. Denn wir wissen, dass wir die digitale Hochschullehre vorantreiben können.