Neue Technologien schaffen neue Berufsbilder – Ein Praxisbericht aus Mannheim

Die Digitalisierung fordert Hochschulen gewaltig und bietet gleichzeitig große Chancen. Entscheidende Faktoren für die erfolgreiche digitale Transformation von Lehrmethoden und Unterricht sind: 1. der richtige Umgang mit den neuen Technologien. 2. die Unterstützung der Lehrenden. Denn ihre aktive Einbindung in die Gestaltung der digitalen Transformation ist unabdingbar und lässt zugleich spannende neue Berufsbilder entstehen. In diesem Gastbeitrag beschreibt Dr. Florian Heger die Erfahrungen und Beobachtungen, die sie an der Mannheim Business School gemacht haben. 

Außenbereich.Ansprechende Lernarchitektur spielt eine wichtige Rolle. Foto: Jörg Hempel

Digitalisierung an der Mannheim Business School: Ausgangspunkt

Die Mannheim Business School bündelt als organisatorisches Dach alle Aktivitäten der Universität Mannheim und ihrer Fakultät für Betriebswirtschaftslehre im Bereich Management-Weiterbildung. Dies umfasst ein vielfältiges Angebot an MBA- und spezialisierten Master-Programmen, aber auch maßgeschneiderte Programmen für Unternehmen.

Digitalisierung benötigt eine klare Strategie, um Ressourcen konsequent und zielorientiert bündeln zu können. Daher haben wir bei der Entwicklung unserer Digitalstrategie zunächst einige generelle Beobachtungen zur Digitalisierung im Hochschulbereich gemacht und erste Schlüsse daraus gezogen:

Steigende Bedeutung der Verknüpfung von Online- und Offline-Lernen: Blended Learning

Blended Learning, also die nahtlose Verknüpfung von Online-Inhalten und Präsenzlehre im Hörsaal, wird immer populärer. Bei richtiger Gestaltung bietet ein Lernmix aus Online und Offline alle Vorteile beider Seiten. Dann können Studierende Faktenwissen mithilfe von interaktiven Online-Inhalten selbstständig erlernen. Der Hörsaal ist dazu da, das Erlernte zu vertiefen. Hier steht der Transfer der Inhalte und die Diskussion im Mittelpunkt des Lernens. Allerdings schafft der verstärkte Einsatz von Blended Learning zusätzliche Komplexität und neue Herausforderungen für die Lehrenden hinsichtlich Gestaltung und Gliederung der Inhalte. Welche Inhalte sind für welches Format geeignet? Wie verteilt man den Lernstoff auf Online und Offline? Welche Technologien sind die geeigneten für den Lernstoff? Wie gestaltet man Online-Inhalte, um effektives Lernen zu ermöglichen?

Technologie durchdringt die Hörsäle – egal, ob wir es wollen oder nicht

Die Hörsäle werden nach und nach von Technologie durchdrungen. Das gilt für Geräte, die zu Präsentationszwecken eingesetzt werden. Aber auch die Studierenden bringen unzählige Geräte mit in die Hörsäle. Wie geht man mit diesen Geräten um? Ignoriert man sie? Nutzt man sie aktiv in der Lehre? Bei einer aktiven Nutzung: Wie gestaltet man die Einbindung? Wie schafft man die nötige Infrastruktur vor Ort?

roter Hörsaal.Der rote Hörsaal. Foto: Jörg Hempel

Der Anspruch an die eingesetzte Software in der Lehre steigt

Die Ansprüche an die Benutzerfreundlichkeit von Software steigt in allen Bereichen. Dies gilt auch für Lernsoftware. Wir alle tragen Geräte mit einer einfach zu bedienenden Schnittstelle in der Tasche. Warum sollte die Bedienung des Learning Management System (LMS), der Schnittstelle zwischen Lernenden und Inhalten, umständlicher sein als die eines Smartphones?

Verstärkter Einsatz von Software produziert Nutzerdaten

Bei der intensiven Nutzung von Software in der Lehre entstehen zwangsläufig jede Menge Nutzerdaten – zum Beispiel bei interaktiven Online-Inhalten im Selbststudium. Zum einen muss sichergestellt werden, dass den Studierenden die Entstehung von Nutzerdaten transparent ist. Zum anderen bietet der richtige Einsatz dieser Daten große Chancen: Studierende können ihren Lernerfolg selbst nachverfolgen und kontrollieren, oder auch Feedback von Professoren erhalten. Gleichzeitig können Nutzerdaten – wenn man sie richtig einsetzt – dazu beitragen, Lehrkonzepte genau an die Lernbedürfnisse anzupassen und so zu verbessern.

Technologische Innovationen in hoher Geschwindigkeit – Hochschulen müssen gestalten

Ständig entwickeln sich neue Trends, Themen und technologische Möglichkeiten. Die damit verbundenen Chancen sollten nicht vernachlässigt werden. Natürlich bedeutet es Aufwand und bedarf hoher Agilität, um die entscheidenden Trends zu erkennen und zu nutzen. Um erfolgreich sein zu können, sind in Mannheim Personal und Technik der Zukunft bewusst zugewandt.

Bedeutung der Präsenzlehre in MBA-Programmen bleibt hoch

In den MBA-Programmen stellt der Hörsaalunterricht nach wie vor einen wichtigen Bestandteil des Unterrichts dar. Der direkte Kontakt in den Klassen und mit dem Dozenten ist Teil der persönlichen Entwicklung, die eine Teilnahme an einem MBA-Programm mit sich bringt. Dies bedeutet, dass die digitale Transformation des Unterrichts im Hörsaal sowie beim Übergang zwischen Online-Inhalten und Unterricht im Hörsaal für Mannheim von zentraler Bedeutung ist.

Gruppenarbeit: Zentrales Element des MBA-Unterrichts

Zweites zentrales Element des MBA-Unterrichts ist die Gruppenarbeit. Die Gruppen sind möglichst international und mit diversem beruflichen Hintergrund zusammengestellt. Durch die intensive gemeinsame Arbeit an Fallstudien in einem engen Betreuungsverhältnis durch den Professor entsteht immer wieder eine einzigartige und bereichernde Lernerfahrung in wechselnden Konstellationen. Zusätzlich arbeiten die Teilnehmer ab Beginn des Programms in einer fest zusammengestellten Gruppe für die gesamte Dauer an einem Abschlussprojekt. Die Übertragung dieser Gruppenformate in die digitale Welt ist zwingend nötig für die erfolgreiche digitale Transformation des Modells MBA.

Teilzeit-Programme haben einen immer stärkeren Stellenwert

Die Popularität von Teilzeitformaten steigt immer mehr. Die Teilnahme in diesen Programmen findet parallel zur Berufstätigkeit statt, Teilnehmer kommen in regelmäßigen Abständen zu Präsenzphasen nach Mannheim. Auch in diesen Programmen haben Hörsaalunterricht und Gruppenarbeit vor Ort einen hohen Stellenwert. Genauso spielen aber Online-Inhalte zur Vorbereitung und Ergänzung der Präsenzkurse eine bedeutende Rolle. Zudem besteht die Herausforderung, Arbeitsgruppen auch während der Phasen im Unternehmen in Kontakt zu halten, kollaborativ lernen zu lassen und dabei zu unterstützen.

Auf dem Weg zur digitalen Transformation: Software und Hardware

Aus diesen Beobachtungen haben wir in Mannheim den Schluss gezogen: Blended Learning, gehört ins Zentrum unserer Digitalisierungsstrategie. Um diese Strategie umzusetzen, haben wir zunächst ein auf diesen Ansatz ausgerichtetes modernes Learning Management System (LMS) eingeführt – und uns für Canvas entschieden. Ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl des Systems war die Nutzerfreundlichkeit. Denn die Nutzererfahrung sollte nicht nur auf PCs, sondern auch auf mobilen Endgeräten sehr gut sein. Das System sollte Hörsaalkurse, reine Onlinekurse und eine Mischung aus beidem problemlos unterstützen.

Gruppenarbeitsräume.Die Displays in den Gruppenräumen sind mit dem LMS verknüpft. Foto: Kirsten Bucher

Gruppenarbeit – analog, digital sowie unabhängig von Ort und Zeit

Aufgrund der Bedeutung von Gruppenarbeit in unseren Programmen war uns auch klar: Wir müssen eine digitale Entsprechung für die Gruppenarbeit finden oder zumindest die Gruppenarbeit mit geeigneten digitalen Tools zu unterstützen. Aus diesem Grund stellen wir unseren Programmteilnehmern Cloudspeicher und Produktivitätstools aus der Cloud zur Verfügung. Beide Tools sind eng mit dem (cloud-native) LMS verzahnt, so dass es in Mannheim keine Fragmentierung der Technologie und keine Informationssilos gibt. Vielmehr sorgt das LMS als zentraler Baustein für Nutzerfreundlichkeit, Funktionstiefe und Zukunftssicherheit. Für unsere Studierenden heißt das: Sie können jederzeit von überall auf der Welt aus gemeinsam arbeiten, die Aktualisierung der Inhalte und Software ist durch den Cloud-Ansatz gesichert. Gut lesbare Hintergründe zu Cloud und den Begrifflichkeiten im Hochschul-Umfeld findet man unter anderem hier.

Und ganz konsequent haben wir diesen Ansatz bis in den Hörsaal verlängert: In unserem neuen Studien- und Konferenzzentrum besitzen alle Gruppenräume große Displays mit Touchscreen. Direkter Zugriff auf Inhalte in der Cloud sind jederzeit möglich. Die Inhalte können auf den Touchscreen gebracht werden und gemeinsam in der Gruppe mit Fingereingabe oder digitalen Stiften bearbeitet werden. Anschließend kann nahtlos auf anderen Endgeräten an den Inhalten weitergearbeitet werden. Natürlich bedeutet das auch Investitionen in Hardware: Als das neue Studien- und Konferenzzentrum entworfen wurde, standen IT-relevante Aspekte wie WLAN-Konnektivität weit oben auf der Prioritätenliste.

Eigenes Studio für Erklärvideos

Um zudem videobasierte Inhalte für Blended-Learning-Formate entwickeln und produzieren zu können, haben wir darüber hinaus ein eigenes Studio eingerichtet. Im Vergleich zur Fremdvergabe oder der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern ermöglicht uns dies maximale Flexibilität. Somit können wir auf die Vorlesungpläne der Lehrenden eingehen – ein Faktor, der die Akzeptanz der neuen digitalen Ansätze entscheidend gesteigert hat. Die Technik richtet sich nach den Bedürfnissen der Nutzer und nicht umgekehrt.

Mit den technischen Maßnahmen haben wir die Grundlage geschaffen, die digitale Transformation der Lehre in unseren Programmen voranzutreiben. Doch wie lässt sich die Akzeptanz der digitalen Transformation durch die Beteiligten nachhaltig fördern? Indem wir uns auf die Unterstützung der Lehrenden konzentieren. 

Auf dem Weg der digitalen Transformation: Was ist mit den Menschen?

Mit den im ersten Teil vorgestellten Maßnahmen haben wir die Grundlage geschaffen, um die digitale Transformation der Lehre in den Mannheimer Programmen voranzutreiben. Den zweiten entscheidenden Aspekt habe ich jedoch nur am Rande berührt: die Menschen.

Wichtig: Digitalisierung ist nicht transformativ, wenn man die Lehrenden mit spannender Technologie versorgt und dann mit der Umsetzung alleine lässt. Für den effektiven Einsatz von Blended Learning, unserer Kernstrategie, benötigt man nämlich profundes Wissen – zum Beispiel über die verschiedenen Medien, die Gestaltung von Lernformaten und Technologien. Ein weiteres Beispiel sind Nutzerdaten. Um Daten effektiv zur Verbesserung und Gestaltung der Lehre einsetzen zu können, benötigt es Wissen im Bereich der Datenanalyse.

 

Technologie hin oder her: ohne profundes Wissen – zum Beispiel über die verschiedenen Medien, die Gestaltung von Lernformaten und Technologien, entsteht kein Mehrwert für Lehrende und Studierende gleichermaßen. [https://unsplash.com/photos/1K9T5YiZ2WU Tim Gouw]Technologie hin oder her: ohne profundes Wissen – zum Beispiel über die verschiedenen Medien, die Gestaltung von Lernformaten und Technologien, entsteht kein Mehrwert für Lehrende und Studierende gleichermaßen. [https://unsplash.com/photos/1K9T5YiZ2WU Tim Gouw]

Einfach und effizient geht es mit professioneller Unterstützung

Natürlich verfügen manche Lehrende bereits über die erforderlichen Skills oder sind interessiert daran, sich diese anzueignen. Doch wie effizient ist es, wenn jeder auf eigene Faust Lehre und Lernmethoden digitalisieren muss? Einfacher geht es, wenn man den Lehrenden Beratung zur Seite stellt und die Skills gebündelt zur Verfügung stellt. Solche zentralen Stellen kooperieren mit vielen Lehrenden, treiben die digitale Transformation voran und sorgen gleichzeitig für den Austausch von Best Practices. Neue Formate und Inhalte werden dann im direkten Austausch zwischen den Lehrenden und den Digitalisierungs-Experten entwickelt. An der Mannheim Business School haben sich im Laufe der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie die Aufgabenbereiche bestehender Stellen verändert, gleichzeitig haben sich neue Stellen herausgebildet und neue Berufsbilder Einzug gehalten. Zwei davon möchte ich herausgreifen: Digital Learning Designer und Data Analyst Digital Learning.

Der Digital Learning Designer

Blended Learning stellt Lehrende vor große Herausforderungen. Sie müssen die richtige Balance aus Präsenzlehre und Online-Inhalten finden. Dabei gelten, über inhaltliche Aspekte hinaus, unterschiedliche Maßstäbe für die Gestaltung von Materialien für die Online-Lehre im Vergleich zur Präsenzlehre. Online-Inhalte müssen zum Beispiel weitaus schneller zum Punkt kommen und sollten auf das Nötigste reduziert sein – hier sind andere didaktische Skills gefragt als in der Präsenzlehre.

Didaktische Konzeption und kreative Umsetzung gefragt

Doch zunächst müssen die geeigneten Inhalte für Präsenz- und Online-Lehre identifiziert werden: Nicht jeder Teil der Vorlesung ist geeignet für Online-Lehre. Im zweiten Schritt muss das geeignete Medium identifiziert werden. Lässt sich der Stoff besser als Bewegtbild mit Dozenten darstellen? Sollte ein Erklärvideo mit grafischen Elementen, aber ohne Dozentenbild produziert werden? Oder lässt sich der Stoff besser als programmierter interaktiver Inhalt vermitteln? Dies sind nur einige der vielen Fragen, die sich bei der Konzeption und Erstellung eines digitalen Syllabus stellen. Zu all diesen Aspekten kommt dann die Frage nach der konkreten Umsetzung der digitalen Inhalte. Je nachdem, auf welche Aspekte man sich konzentriert, werden Skills wie Video- und Audioproduktion benötigt.

All diesen Themen widmet sich der Digital Learning Designer. Angelegt an der Schnittstelle zwischen Lehrenden und der IT-Abteilung verantwortet dieses Berufsbild die Umsetzung des richtigen Blended-Learning-Mixes in enger Abstimmung mit den Beteiligten.

Welche Skills sollte ein Digital Learning Designer mitbringen?

  • Ein entspannter Umgang mit ständiger Veränderung: Man befindet sich im Zentrum der digitalen Transformation des Lernens. Ständig neue Tools und Konzepte, mit denen man sich beschäftigen muss – es gibt eben keinen Masterplan für digitale Transformation.
  • Teamwork: Das Arbeiten gemeinsam mit den Lehrenden sollte im Optimalfall so gestaltet sein, dass ein enger Austausch stattfindet und am Ende ein gemeinsames Endprodukt steht.
  • Ein gutes Verständnis von Didaktik, aber auch IT: Es gilt, beides zusammenzubringen und innovative Inhalte zu entwickeln sowie neue Einsatzmöglichkeiten digitaler Tools zu identifizieren.
  • Hinsichtlich der Umsetzung ist Hintergrundwissen zu Bewegtbild, Audio und / oder Programmierung nützlich. Dies ist abhängig von den Inhalten und der Art der Einrichtung.

Wie wird man Digital Learning Designer? Es gibt zwar einige Kurse und Fortbildungen. Wir haben in Mannheim aber die Erfahrung gemacht, dass geeignete Kandidaten häufig Quereinsteiger aus anderen Gebieten sind – zum Beispiel aus Wirtschaftspädagogik, Mediengestaltung, IT oder Psychologie. Je nach geplanter Ausrichtung kann ein Hintergrund aus anderen Fachbereichen wertvoll sein. An der Mannheim Business School sind beispielsweise Bewegtbild und Medienproduktion sehr wichtig, da sich betriebswirtschaftliche Inhalte gut auf diesem Weg transportiert werden können.

Der Data Analyst Digital Learning

Daten, die bei der Nutzung digitaler Tools entstehen, sind ein wertvolles Gut zur Verbesserung der Lehre und der Gestaltung interaktiver Inhalte. Eine entsprechende Auswertung und Interpretation liefert diverse Vorteile für die Hochschule, die Lehrenden und die Lernenden. Selbstverständlich unter Berücksichtigung von Datenschutz und hoher Transparenz gegenüber den Nutzern!

Einige Beispiele: Je nach Art und Umfang der Interaktion mit dem Learning Management System können Rückschlüsse darauf gezogen werden, welche Lernenden stärkere Unterstützung durch den Lehrenden benötigen. Verbringt der Lernende unerwartet viel Zeit mit dem Bearbeiten von Online-Inhalten? Gerät er gar in Rückstand? Hat er in der Vergangenheit Schwierigkeiten damit gehabt, Deadlines einzuhalten? Wie kann man ihn gegebenenfalls in seinem Zeitmanagement und seiner Zielerreichung unterstützen?

Qualitätsmanagement für Top-Lernerfahrungen

Auch die Qualität und damit einhergehend die Akzeptanz von Medien wie Videos kann anhand der Nutzerinteraktionen gemessen werden – und anschließend zur Verbesserung der Inhalte führen. Wurde ein Video angeklickt? Falls ja: Wie oft wurde es bis zum Ende angesehen? An welchen Stellen wurde das Video abgebrochen oder pausiert? Dies gilt auch bei der Erprobung von didaktischen Konzepten im Rahmen der Online-Lehre. Welche Teile eines Online-Kurses wurden häufiger betrachtet und durchgearbeitet? Gibt es Teile, die von den Lernenden ignoriert wurden? In welcher Reihenfolge gingen die Lernenden bei der Bearbeitung vor? Basierend darauf können die Inhalte weiterentwickelt werden.

Mit diesen und ähnliche Fragen beschäftigt sich der Data Analyst Digital Learning. An der Schnittstelle zwischen Lehrenden und der IT und in enger Abstimmung mit den Learning Designern beschäftigt er sich mit allen datenbezogenen Themen der digitalen Lehre.

Digitale Lehrmethoden generieren vielfältige Daten, die es gilt, in einem optimalen Monitoring nutzbar zu machen. [https://unsplash.com/photos/Wpnoqo2plFA Mika Baumeister]Digitale Lehrmethoden generieren vielfältige Daten, die es gilt, in einem optimalen Monitoring nutzbar zu machen. [https://unsplash.com/photos/Wpnoqo2plFA Mika Baumeister]

Welche Skills sollte ein Data Analyst Digital Learning mitbringen?

  • Souveräner Umgang mit Tools zur Aufbereitung, Analyse und Visualisierung von Daten ist unerlässlich: Daten haben ohne Aufbereitung und anschließende Interpretation weder eine Aussage noch liefern sie eine Erkenntnis. Es kommt also darauf an, die Aufbereitungswerkzeuge so einzusetzen, dass sie stimmige und hilfreiche Einsichten in die Daten liefern.
  • Teamwork: Wie beim Digital Learning Designer kommt es auch beim Umgang mit Daten und deren Interpretation auf die nahtlose und fruchtbare Zusammenarbeit mit Lehrenden (und den Digital Learning Designern) an. Fragen formulieren, Schlüsse ziehen, Verbesserungen erarbeiten und mit dem Team zusammen ins Werk setzen, das ist der ideale Arbeitsprozess.
  • Ein grundlegendes Verständnis von Didaktik/Lernen mit dem Schwerpunkt digitales Lernen ist wichtig, um einzelne Maßnahmen und die Stellschrauben für Verbesserungen präzise einschätzen und nutzen zu können.
  • Und dann ist ein tiefes Verständnis der Hochschullandschaft und ihrer Besonderheiten von großem Vorteil. Organisatorische Zusammenhänge, verwaltungstechnische und kulturelle Besonderheiten lassen sich so schnell zum Wohle der Lehrenden und der Studierenden integrieren.

Wie wird man Data Analyst Digital Learning? Ein abgeschlossenes Hochschulstudium in Fächern wie Mathematik, Statistik, Informatik oder Wirtschaftswissenschaften kann eine gute Basis sein. Im Gegensatz zu Datenanalysten in anderen Bereichen, etwa der Wirtschaft, arbeitet der Data Analyst Digital Learning aber häufig stärker anwendungsbezogen. Deshalb eignet sich das Berufsbild nach den Erfahrungen, die wir in Mannheim gemacht haben, ebenfalls für Quereinsteiger mit passenden Voraussetzungen.

Fazit

Die Digitalisierung stellt die Hochschullandschaft zwar vor gewaltige Herausforderungen. Aber mit einer offenen Haltung, entsprechendem Mindset und einem aktiven Umgang mit der Digitalisierung überwiegen die Chancen bei weitem. Dass „digitales Lernen Hochschulen effizienter macht“, findet nicht nur die Wirtschaftswoche. Beim Aufbau der Mannheim Business School haben wir für die erfolgreiche digitale Transformation zwei Faktoren ausgemacht: Erstens, der richtige Umgang mit den neuen Technologien. Zweitens, die professionelle Unterstützung der Lehrenden. Denn ihre aktive Einbindung in die Gestaltung der digitalen Transformation ist unabdingbar und lässt zugleich spannende neue Berufsbilder entstehen.

 

CC-BY-SA LogoDieser Text steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International - CC BY-SA 4.0. Bitte nennen Sie bei einer möglichen Nachnutzung den angegebenen Autorennamen sowie als Quelle das Hochschulforum Digitalisierung.