E-Learning für Chefs

Top-Führungskräfte sind oft nur schwer zur Teilnahme an E-Learning-Angeboten zu überzeugen. McKinsey hat sich der Herausforderung angenommen und im Rahmen der 'Partner University' eine Reihe von MOOCS zur internen Weiterbildung entwickelt, die auf eine sehr positive Resonanz gestoßen sind. Hier berichtet McKinsey Junior-Partnerin und Mitglied der Themengruppe "Neue Geschäftsmodelle, Technologien und Lebenslanges Lernen" Julia Klier über die Erfahrungen mit dem neuen Format. 

Der Dialog mit Kollegen: Wichtige Weiterbildungsmaßnahme für McKinsey-Partner. Pressmaster/ Shutterstock

Digitalisierung ist in aller Munde. Auch in der Bildung werden zunehmend selbstverständlich elektronische und digitale Medien zur Vermittlung von Lehrinhalten eingesetzt - in der Schule, an den Universitäten und immer mehr auch in der Erwachsenenbildung. E-Learning ermöglicht zeitlich und räumlich flexibles Lernen über alle sozialen Schichten hinweg, interaktiv, anschaulich und mit individueller Lernkontrolle.

Eine Zielgruppe indessen schien für digitale (Fort-)Bildungsangebote bisher schwer erreichbar: Top-Führungskräfte in Unternehmen lassen sich ungern Termine für Online-Trainings in ihre übervollen Terminkalender schieben. Zumindest nicht, wenn sie von deren Nutzen nicht restlos überzeugt sind – eine Tatsache, die insbesondere auch für McKinsey-Partner zutrifft.

Die Partner University

Deshalb entwickelte McKinsey ihre Partner University, eine Serie selbst entwickelter Onlinekurse, ergänzt um zwei Campus-Events in Harvard und Oxford. Bei der Planung setzte sich Tim Welsh, Director und Vorsitzender des Learning and Development Council der Beratungsfirma zunächst mit anderen Partnern zusammen und definierte zehn Kernfragen, die jeden Top-Manager – und damit jeden Top-Berater – interessieren dürften. Ein Beispiel: „Wie kann ich die Erlöse steigern und zugleich die Kundenbedürfnisse besser befriedigen?“. 

Anschließend trafen sich 75 Fachleute aus den weltweiten McKinsey-Büros in Amsterdam und diskutierten, wie man diese zehn Fragen aus Sicht der Zielgruppe beantworten könne. Sie führten Video-Interviews mit Experten, bereiteten Fallstudien auf und arbeiteten an Dokumenten zum jeweiligen Thema. Auf den ersten Blick ein paradoxer Vorgang: Onlinekurse, die maßgeblich offline entstehen. Und doch war diese aufwändige Veranstaltung nötig, um allen Beteiligten zu zeigen, wie wichtig das Vorhaben ist. „Mit einer Videokonferenz hätte das nicht funktioniert“, sagt Welsh rückblickend. Nachdem die Inhalte feststanden, wählte McKinsey ein internetbasierte Plattform und gestaltete zehn je 30-minütige Onlinekurse (Massive Open Online Courses – MOOCs) – ohne übermäßigen formalen Perfektionismus, aber interaktiv und immer mit klarem Bezug zur täglichen Arbeit der Zielgruppe. 

Großes Interesse und ein direkter Mehrwert

Um die Neugier der Partner zu wecken, wurde vor dem Start der Kurse intensiv die Werbetrommel gerührt. Mit Erfolg: Schon nach wenigen Monaten hatten rund 1.100 Partner zumindest zwei Kurse durchlaufen. Das entspricht einer Teilnahmequote von 86 Prozent – 20 Prozent mehr als angepeilt. Was aber noch wichtiger ist: Rund 600 zusätzliche Gespräche mit Klienten sind unmittelbar auf die Erkenntnisse aus den Kursen zurückzuführen – unschätzbar wertvolle Kontakte für eine Beratungsfirma. 

Und worauf ist dieser Erfolg zurückzuführen? Einerseits sicher darauf, dass die Kurse für die Arbeit der McKinsey-Partner unmittelbar relevant waren. Andererseits vermittelten sie aber auch – trotz technischer Umsetzung – eine Art persönliche Bindung. So sagte ein Teilnehmer: „Ich fühlte mich eher im Dialog mit einem anderen Partner als in einem Kurs. Das machte es fast real – als ob sie es merken würden, wenn ich nicht aufpasse.“ Motivation und Grund genug,  die Partner University als festen Bestandteil der Trainings für unsere auch in Zukunft beizubehalten und weiter auszubauen. 

 

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